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International

Das Elend der ungarischen Roma-Prostituierten

Georg Humbel
Dienstag, 16. Oktober 2012, 19:52 Uhr

Die meisten Frauen, die auf dem Zürcher Strassenstrich anschaffen, sind Roma aus Ost-Ungarn. Sie stammen aus bitterarmen Verhältnissen und leben in abgeschotteten Ghettos. Die Arbeitslosigkeit ist extrem hoch. «10vor10» zeigt in einer Reportage das Elend der Roma in der Stadt Nyíregyháza.

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Reportage aus Nyíregyháza. (10vor10, 16.10.2012)

Die Häuser zerfallen, praktisch niemand hat Arbeit: Huszar ist das grösste Roma-Quartier in der ost-ungarischen Stadt Nyíregyháza. «Huszar ist total abgeschottet vom Rest der Stadt», sagt Artur Balogh in der Reportage von «10vor10». Er ist selber Rom und führt den Reporter durch das Armenviertel: «Es gibt keine Arbeit, keine Unterstützung. Eigentlich kann man hier gar nicht überleben», so Balogh.

Einige der Familien haben nicht einmal fliessend Wasser in der Wohnung. Huszar  ist eigentlich eine ehemalige Kaserne, in der mittlerweile fast ausschliesslich Roma leben. Sie machen in Nordost-Ungarn rund neun Prozent der Bevölkerung aus – leben in grösster Armut und werden gesellschaftlich an den Rand gedrängt. 

Prostitution aus Armut 

«Ich habe mich prostituiert, um überleben zu können. Die Kinder waren zu Hause und hatten nichts zu essen», erzählt Katalin Zambo dem Reporter von «10vor10». Die ehemalige Prostituierte aus Huszar hat auch in Zürich angeschafft.

Die Roma-Prostituierten, mit denen «10vor10» in Ungarn sprechen konnte, erzählen alle ähnliche Geschichten: Sie kriegten früh Kinder, hatten keine Arbeit und sahen keinen anderen Ausweg, um ihre Familie ernähren zu können. 

Menschenhändler als Profiteure

«Wir sehen hier im Quartier und in der Stadt regelmässig Autos mit Zürcher oder holländischen Nummernschildern», erzählt Zoltan Tusjak. Er ist Sozialarbeiter in Huszar und kennt die Frauen und ihre Geschichten.

Er vermutet, dass die Autos mit Zürcher Nummernschildern junge Frauen aus Huszar für den Strassenstrich in der Schweiz abholen. «Es ist anzunehmen, dass diese Personen mit Menschenhandel in Verbindung stehen», so Tusjak.

Er kennt auch Fälle von verschuldeten Roma-Familien, deren Mädchen die Schulden der Familie auf dem Strich regelrecht «abarbeiten» mussten. 

Sendungssignet von 10vor10

Elend auf dem Strassenstrich

Den ersten Teil der Reportage über den Strassenstrich in Zürich sehen Sie hier.