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Wirtschaft

Libor-Skandal: Sammelklage von US-Hausbesitzern

Montag, 15. Oktober 2012, 10:04 Uhr, Aktualisiert 14:16 Uhr

Manipulationsverdacht gegen die UBS und weitere Grossbanken. Durch Manipulation des Libor-Zinssatzes sollen sie für finanzielle Verluste von US-Hausbesitzern verantwortlich sein. Die reagieren nun mit einer Sammelklage.

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Die Klage richtet sich gegen Händler bei Barclays, Bank of America und UBS in Europa und Nordamerika. Sie hätten den Libor insbesondere an Tagen künstlich in die Höhe getrieben, an denen die Hypothekenzinsen neu festgelegt worden seien.

Rechtsanwalt John Sharbrough sagte der «Financial Times», bis zu 100'000 Immobilienbesitzer könnten gegen die Banken klagen. Zur Höhe des von seinen Mandanten geltend gemachten Schadens äusserte er sich nicht.

Das ist der Libor-Zins

Der Libor Zins (London Interbank Offered Rate) gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken gegenseitig Geld leihen. Er wird werktäglich um 11.00 Uhr Londoner Zeit fixiert. Der Zins dient als Referenz für Geldgeschäfte in Billionenhöhe, auch Kredite orientieren sich daran.

Weltweit stehen mehr als ein Dutzend Grossbanken unter Verdacht, den Libor in den vergangenen Jahren manipuliert zu haben, darunter auch die Deutsche Bank.

Manipulation des Libor-Zinssatzes soll zu erhöhten Hypothekarzinsen geführt haben. (Tagesschau 15.10.2012, 12:45 Uhr)

Neues System geplant

Bislang hat lediglich das britische Geldhaus Barclays ein Fehlverhalten von Händlern eingeräumt. Das Top-Management musste daraufhin gehen, zudem wurde der Bank eine Strafe von fast einer halben Milliarde Dollar aufgebrummt. Mit den falschen Angaben haben Händler Gewinne eingestrichen und die wahren Refinanzierungskosten verschleiert.

Nun soll das System auf komplett neue Beine gestellt werden. Das kündigte die staatliche britische Bankenaufsicht FSA Ende September an.

(reuters/awp/roso; muei)