Schweiz
Prostituierte arbeiten bis zu 70 Stunden pro Woche
Die Frauen auf dem Zürcher Strassenstrich bedienen im Schnitt 6 Männer pro Nacht, manche bis zu 30. Sie bezahlen horrende Preise für ein Zimmer und erleben häufig Gewalt. «10vor10» stellt eine neue Studie der Stadt Zürich vor.
Die Stadt Zürich hat 120 Strassenprostituierte zu ihrer Situation befragt: Fast alle sind Roma und stammen aus Ungarn. «Die Frauen sehen selber meist nicht viel vom Geld», sagt Michael Herzig vom Sozialdepartement der Stadt Zürich zu «10vor10».
Die Studie zeigt auf, dass die Frauen ausnahmslos aus sehr armen Verhältnissen kommen und häufig ganze Familien ernähren müssen. «Es ist ein harter und gefährlicher Job. Die Prostituierten arbeiten bis zu 70 Stunden pro Woche», so Herzig weiter. Viele stehen jeden Tag am Sihlquai, laut Studie bedienen sie durchschnittlich 6 Männer pro Nacht. Die Angaben reichen aber bis zu 30 Männern pro Nacht.
Gewalt und Schikanen
Schockiert zeigt sich Michael Herzig von den vielen Berichten über Gewalt und Pöbeleien auf dem Strassenstrich. Die Frauen gaben etwa an, mit Gegenständen beworfen oder bespuckt zu werden.
Die vollständige Studie
Die vollständige Studie zu den Problemen mit ungarischen Strassenprostituierten finden Sie hier.
Die Aussagen der Frauen sind erschreckend: «Ein Freier hat mich schlagen wollen. Und dann hat er mich mit Gewalt ausgezogen. Ich habe gedacht, dass ich sterbe und meinen Sohn nie wieder sehen werde», wird eine der 120 befragten Frauen in der Studie zitiert.
Bis zu 2700 Franken für ein Bett
Die Frauen bezahlen laut der Studie horrende Mieten. Die Frauen gaben an, monatlich zwischen 2250 und 2700 Franken für ein Bett in einem Mehrbettzimmer zu bezahlen, wie die Sendung berichtet.

Elend auf dem Strassenstrich
Den ersten Teil der Reportage über den Strassenstrich in Zürich sehen Sie hier.
(sf/imbf/horm;gern;galc)



