International
Historischer Händedruck in Manila
Auf den Philippinen haben sich muslimische Rebellen und Regierung die Hand zum Frieden gereicht. Nach jahrzehntelangem Kampf wurden in Manila die Unterschriften unter den historischen Vertrag gesetzt.
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Vier Jahrzehnte nach Beginn des Aufstands muslimischer Rebellen auf den Philippinen haben Regierung und Aufständische jetzt ein Friedensabkommen unterzeichnet. Beide Seiten setzten in Manila ihre Unterschriften unter das Abkommen.
Murad Ebrahim, Chef der Rebellenorganisation Moro Islamische Befreiungsfront (Milf), sagte in einer Rede kurz vor Unterzeichnung des Abkommens: «Wir reichen dem Präsidenten und dem philippinischen Volk die Hand für Freundschaft und Partnerschaft.»
Staatschef Benigno Aquino bezeichnete das Abkommen als Chance, «endlich zu einem wirklichen und dauerhaften Frieden zu kommen». Beide Seiten betonten, dass der Friedensprozess erst beginne und noch viel zu tun bleibe.
Konflikt forderte 150'000 Opfer
Das Abkommen soll bis 2016 umgesetzt werden, wenn Aquinos Amtszeit endet. Es sieht unter anderem vor, halbautonome muslimische Gebiete auf den Mindanao-Inseln einzurichten. Im Gegenzug verzichtet die 12'000 Mann starke Rebellenorganisation auf ihre Forderung nach einem eigenen Staat in der Region.
Schätzungen zufolge leben dort zwischen vier und neun Millionen Muslime. Nach Zuwanderungswellen katholischer Philippiner befinden sie sich mittlerweile in der Minderheit.
Die Milf ist die grösste verbliebene Organisation der muslimischen Rebellion in den Philippinen. Muslimische Gruppen kämpften seit den 1970er Jahren für die Unabhängigkeit oder die Autonomie der südlichen Region Mindanao. Seit 1978 wurden in dem Konflikt rund 150'000 Menschen getötet.
Mehr Autonomie für Muslime
Die Rebellengruppe Moro Nationale Befreiungsfront (MNLF) hatte 1996 ein Friedensabkommen mit der Regierung unterzeichnet. Als Teil der Vereinbarung wurde damals bereits eine autonome Region in Mindanao geschaffen.
Aquino bezeichnete diese jedoch vor einer Woche als «gescheitertes Experiment», da dort Korruption und Gewalt herrschten. Die alte Region soll durch die jetzt beschlossene halbautonome Region ersetzt werden.
In ihr sind die Muslime in der Mehrheit. Sie sollen an Steuern und Einnahmen beteiligt werden. Die Regierung in Manila soll die Kontrolle über Verteidigung und Sicherheit sowie über die Aussen- und Geldpolitik behalten. Mindanao ist reich an Bodenschätzen und verfügt über fruchtbare Ackerflächen – zählt jedoch zu den ärmsten Regionen des Landes.
(agenturen/maiu;horm)







