International
Friedensgespräche für Kolumbien vertagt
Das Treffen zwischen der Regierung Kolumbiens und den Farc-Rebellen ist um einen Tag verschoben worden. Gewitter und fehlende Papiere verhinderten ein Zusammentreffen in Oslo. Die Farc kämpft seit 1964 gegen den kolumbianischen Staat.
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Kolumbianische Medien berichteten vom geplatzten Termin. So hätten schwere Gewitter den Abflug der Regierungsdelegation in Bogota verhindert. Die aus der kubanischen Hauptstadt Havanna anreisenden Farc-Unterhändler warteten unterdessen noch auf Dokumente, die sie vor einer Festnahme bei der Reise nach Europa schützen sollen.
Den Rebellen wurde seitens der kolumbianischen Regierung eine Aufhebung der gegen sie vorliegenden internationalen Haftbefehle zugesagt.
Farc fordert Waffenruhe
Die Delegationen beider Seiten würden nun frühestens am Dienstagabend in Oslo erwartet, berichteten der kolumbianische Rundfunksender RCN und die Zeitung «El Espectador» unter Berufung auf Regierungsquellen. Ungewiss sei somit, ob die angekündigte Medienkonferenz zum formellen Beginn der Verhandlungen an diesem Mittwoch stattfinden werde.
Farc – die älteste Guerilla Südamerikas
Die Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (Farc) sind mit rund 9000 Kämpfern die grösste und älteste Guerilla Südamerikas. Seit 1964 bekämpft sie den Staat. Nach Einschätzung von Kritikern ist der Kampf aber kaum noch politisch motiviert, sondern eng mit Drogenhandel, Mord, Geiselnahme und Lösegelderpressung verbunden. Der Konflikt hat bisher mehr als 200'000 Menschen das Leben gekostet.
Die Gespräche, die in einem nächsten Schritt nach Havanna verlegt werden sollen, finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Darin wird es unter anderem um die Forderung der marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (Farc) nach einer Waffenruhe gehen. Die kolumbianische Regierung lehnt das bisher ab.
Vierter Anlauf seit 1984
Es ist der vierte Versuch seit 1984, den inzwischen fast 50 Jahre dauernden Konflikt in Kolumbien zu beenden. Norwegen wurde wegen seiner Tradition als Vermittler bei Friedensgesprächen ausgesucht. Ausserdem zählt das Land nicht zur EU, wo die Farc-Guerilla als terroristische Organisation eingestuft ist. Auch Venezuela und Chile sollen die Verhandlungen unterstützen.
(sda/dpa/roso;horm)







