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Iran: Umweltkatastrophe und Cyber-Attacken als Waffe gegen den Westen
Irans Revolutionswächter planen laut einem Medienbericht eine Umweltkatastrophe auszulösen. Die Regierung soll derweil auch die digitale Kriegsführung nutzen und mit gezielten Cyber-Angriffen Websites von Banken und Ölfirmen lahmlegen – beides als Massnahme gegen Sanktionen des Westens.
Die Revolutionswächter im Iran planen nach einem «Spiegel»-Bericht einen absichtlichen herbeigeführten Öltanker-Unfall im Persischen Golf. Der streng geheime Sabotageplan des Kommandanten der Revolutionswächter, Mohammed Ali Dschaafari, mit dem Namen «Trübe Wasser» liegt dem Nachrichtenmagazin nach eigenen Angaben vor.
Er sehe vor, die Strasse von Hormus durch eine absichtlich herbeigeführte Öltanker-Katastrophe weiträumig zu verunreinigen, so dass die Schiffswege für die internationalen Öltanker gesperrt und die Teheran gegenüber feindlich gesinnten arabischen Anrainerstaaten bestraft werden.
Der Westen würde gezwungen, sich an einer grossangelegten Säuberung der Gewässer zu beteiligen – und dafür womöglich auch die Sanktionen gegen Iran auszusetzen.
Der Geheimplan soll jetzt bei Revolutionsführer Ali Chamenei liegen, der als letzte Instanz über seine Durchführung bestimme. Der Westen und Israel verdächtigen den Iran seit geraumer Zeit, unter dem Deckmantel der zivilen Forschung an Atomwaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran bestreitet das.
Hacker im Visier
In den vergangenen Wochen hatte es eine massive Welle von Angriffen auf Banken in den USA gegeben. Die USA glauben nach einem Bericht des «Wall Street Journal», dass die iranische Regierung hinter der Offensive von Hackern gegen amerikanische Ziele steckt.
Iranische Hacker hätten ohne die Unterstützung und technische Erfahrung der iranischen Regierung gar nicht die Ressourcen, grössere Attacken durchzuführen. «Dies sind keine gewöhnlichen Iraner», wurde ein hochrangiger Beamter zitiert.
Der Iran hat die US-Berichte zurückgewiesen. Die falschen und unfachlichen Anschuldigungen seien politisch motiviert und Teil des US-Wahlkampfs. Der Iran sei selbst ein Opfer von Cyber-Attacken und biete daher betroffenen Firmen Hilfe an.
Sanktionen verschärft
Den Angaben zufolge könnten die Cyber-Anschläge eine Vergeltung für harsche Sanktionen gegen den iranischen Finanzsektor und die Ölindustrie sein. Sie hätten begonnen, nachdem der US-Kongress im Dezember vergangenen Jahres in einem Gesetz verschärfte Strafmassnahmen festgezurrt habe.
Zunächst habe es möglicherweise als Test kleinere Attacken gegen US-Banken und dann im Sommer Angriffe gegen Ölfirmen im Persischen Golf gegeben. Danach hätten sich die Hacker verstärkt wieder US-Finanzinstituten zugewandt.
(dpa/weis;hesa)



