International
Briten planen massiven Truppenabzug aus Afghanistan
Grossbritannien plant den Abzug von tausenden britischen Soldaten aus Afghanistan nächstes Jahr. Derweil wurden fünf Afghanistan-Soldaten wegen Mordes angeklagt.
Verteidigungsminister Philip Hammond sagte, der Druck steige, die britische Beteiligung an dem kostspieligen und unpopulären Krieg zu beenden. Rund 500 Soldaten sollen bis Ende dieses Jahr zurückgeführt werden. «Ich kann nur sagen, dass es Tausende sein werden, nicht Hunderte», erklärte Hammond in der «BBC». Im Moment seien etwa 9000 britische Soldaten in Afghanistan, die müssten bis Ende 2014 zu Hause sein.
Mindestens 424 britische Soldaten sind in Afghanistan seit der 2001 US-geführten militärischen Invasion getötet worden. Die Stabilität im Land ist aber immer noch ungewiss und die Gewalt ist nach wie vor hoch. Grossbritannien hat, wie auch andere Nato-Mitglieder, den Verteidigungshaushalt und damit die Finanzierung des Afghanistan-Engagements zusammengestrichen
Anklage von Afghanistan-Soldaten
Derweil wurden fünf britische Soldaten der Royal Marines im Zusammenhang mit einem Vorfall in Afghanistan im Jahr 2011 wegen Mordes angeklagt. Das teilte das britische Verteidigungsministerium mit.
Insgesamt waren im Laufe der Ermittlungen neun Soldaten festgenommen worden, vier davon wurden ohne Anklagen wieder freigelassen. Was genau sich zugetragen haben soll, erklärte das Ministerium zunächst nicht. Zivilisten aber seien nicht beteiligt gewesen.
Die Soldaten sollen zu der Einheit 3 Commando Brigade gehören, die zu dem Zeitpunkt in der Unruheprovinz Helmand stationiert war. Es soll sich um das erste Mal handeln, dass sich britische Soldaten im Afghanistan-Konflikt wegen Mordes verantworten müssen.
(reuters/sda/horm;weis)







