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International

Meningitiswelle in den USA: Erste Klage

Samstag, 13. Oktober 2012, 14:40 Uhr

Die Affäre um verunreinigte Schmerzinjektionen in den USA beschäftigt nun auch die Gerichte: Ein erstes Opfer reichte vor einem Gericht in Minnesota Klage gegen den Hersteller ein, der mit seinen pilzverseuchten Steroid-Spritze eine landesweite Meningitiswelle ausgelöste hatte.

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Darin gibt die Klägerin an, sie habe eine Woche nach der Behandlung ihrer Rückenschmerzen unter Kopfschmerzen und Übelkeit gelitten. Ob der Arzt, den sie konsultierte, tatsächlich eine Verbindung mit der Spritze nachweisen könnte, ging aus der Klageschrift nicht hervor.

Bis Freitag sind in zwölf US-Bundesstaaten 184 Menschen an Hirnhautentzündung erkrankt, 14 weitere starben. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC wurden rund 14'000 Patienten in 23 Bundesstaaten mit der Injektion behandelt, 12'000 von ihnen wurden inzwischen kontaktiert.

Ihnen wurde geraten, bei geringsten Symptomen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit die Ursache von ihrem Arzt abklären zu lassen. Die Meningitis greift Gehirn und Rückenmark an. Die Krankheit bleibt oft lange unentdeckt, weil die ersten Symptome einer Grippe ähneln. Die Betroffenen müssen im Spital intravenös Medikamente gegen den Erregerpilz erhalten.

Bessere Kontrollen gefordert

Die mit dem Pilz verseuchten Injektionen wurden von der Firma NECC in Massachusetts hergestellt. Das Unternehmen rief inzwischen alle Injektions-Dosen zurück, stellte ihre Produktion ein und gab seine Lizenz zurück.

Firmen wie NECC arbeiten in der Regel nur für eine begrenzte Anzahl von Ärzten sowie für Kliniken; sie unterliegen damit nicht denselben strikten Vorgaben wie die grossen Pharma-Unternehmen. Als Konsequenz der Affäre werden nun zunehmend Rufe nach einer schärferen Kontrolle auch dieser Firmen laut.

(sda/hesa;schubeca)