International
Machtkampf in Ägypten: Generalstaatsanwalt setzt sich durch
Der ägyptische Präsident Mohamed Mursi und Generalstaatsanwalt Abdelmagid Mahmud haben eine Vereinbarung getroffen, wonach Mahmud seinen Posten behalten kann. Der Entscheid Mursis, Mahmud abzusetzen, hatte heftige Proteste in Ägypten ausgelöst.
Mursi, dessen politische Heimat die Muslimbruderschaft ist, hatte den Generalstaatsanwalt am Donnerstag entlassen. Das Staatsoberhaupt reagierte damit auf einen Freispruch für 24 ehemalige Funktionäre der Regierung des gestürzten Langzeitmachthabers Hosni Mubarak. Sie waren wegen ihrer mutmasslichen Beteiligung an der sogenannten «Kamel-Schlacht» angeklagt worden.
Am 2. Februar 2011 hatten Mubarak-Anhänger Männer auf Pferden und Kamelen zum Tahrir-Platz geschickt. Sie schlugen mit Messern und Knüppeln auf die Demonstranten ein, die den Rücktritt des damaligen Präsidenten forderten. Mursi machte Generalstaatsanwalt Abdelmagid Mahmud für die Urteile verantwortlich.
Der weigerte sich aber lautstark, sein Amt niederzulegen. Während einer Pressekonferenz betonte der sichtlich aufgebrachte Jurist, er werde seinen Posten nicht verlassen – ausser er werde ermordet. Daraufhin lenkte Mursi ein. Über die Gründe für dessen plötzliches Umdenken ist bis jetzt aber noch nichts bekannt.
Wieder Ruhe nach Krawallen
Nach den heftiigen Krawallen in Ägypten ist mittlerweile wieder Ruhe eingekehrt. Bei den Ausschreitungen am Tag zuvor waren in Kairo über 110 Menschen verletzt worden. Die unabhängigen Tageszeitungen kritisierten vor allem Anhänger der Muslimbrüder, die mit Stöcken und Eisenstangen um sich geschlagen hatten.
Die Zeitung «Al-Tahrir» zog mit dem Titel «Die Kamel-Schlacht der Bruderschaft» gar einen Vergleich zu dem brutalen Vorgehen des Regimes von Ex-Präsident Hosni Mubarak. Auch «Al-Masry al-Youm» schrieb: «Eine Schlacht ohne Kamel.»
Bei einer Kundgebung auf dem Tahrir-Platz waren am Freitag Islamisten und Vertreter von Parteien aus dem linken und liberalen Spektrum aufeinander losgegangen. Die Linken und Liberalen hatten sich zum Protest gegen Präsident Mursi versammelt.
(sda/weis/hesa;schubeca)






