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International

Hackerangriffe in den USA offenbar aufgeklärt

Samstag, 13. Oktober 2012, 20:43 Uhr

Hinter den zahlreichen Hackerangriffen auf US-Finanzinstitute soll der Iran stecken. Davon überzeugt sind US-Regierungsbeamte. Beweise wollen sie aber keine liefern – diese seien geheim.

Nach einem Bericht des «Wall Street Journal» glauben die USA, dass die iranische Regierung hinter einer Offensive von Hackern gegen amerikanische Ziele steckt.

In den vergangenen Wochen hatte es eine massive Welle von Angriffen auf Banken in den USA gegeben. Die letzten richteten sich nach Angaben des Blattes vor wenigen Tagen gegen Capital One Financial Corporation und Suntrust.

Angriffe mit «Handschrift» der iranischen Regierung

Bei den Hackern handele es sich anscheinend um ein Netzwerk von weniger als 100 iranischen Spezialisten für Netzwerksicherheit in Unternehmen und an Universitäten, berichtete das «Wall Street Journal» unter Berufung auf namentlich nicht genannte US-Regierungsbeamte.

Die Angriffe, bei denen Webseiten der Finanzinstitute durch massenhafte Abfragen lahmgelegt worden waren, könnten wegen besonderer Merkmale bis zur iranischen Regierung zurückverfolgt werden.

Über die genauen Beweise schweigen sich die Beamten der Zeitung zufolge aus: Das sei geheim. Aber iranische Hacker hätten ohne die Unterstützung und technische Erfahrung der iranischen Regierung gar nicht die Ressourcen, grössere Attacken durchzuführen. «Dies sind keine gewöhnlichen Iraner», wurde ein hochrangiger Beamter zitiert.

Iran will im Atomstreit teilweise einlenken

Der Iran hat im Atomstreit mit dem Westen seine Kompromissbereitschaft bei der umstrittenen Anreicherung von Uran erneuert. Die iranischen Unterhändler seien gesprächsbereit, wenn der Iran Garantien erhalte, dass auf 20 Prozent angereichertes Uran für den Forschungsreaktor in Teheran aus dem Ausland geliefert werde, sagte ein Sprecher des Aussenministeriums in Teheran.

Einen entsprechenden Vorschlag hatte Präsident Mahmud Ahmadinedschad bereits vor zehn Tagen unterbreitet.

In zwei Tagen treffen sich die EU-Aussenminister zum Thema. Dabei sollen die Sanktionen gegen den Iran verschärft werden. Die Details stehen noch nicht fest.

Der Westen verdächtigt den Iran allerdings, unter dem Deckmantel der zivilen Forschung an Atomwaffen zu arbeiten – der Iran dementiert dies.

(dpa/schubeca;maiu)