Schweiz
Verbesserter Risikoausgleich unter Krankenkassen
Die Gesundheitskommission des Nationalrats will den Risikoausgleich unter den Krankenkassen ergänzen und verbessern. So soll die teure und unfaire Jagd der Kassen auf «gute» Patienten eingeschränkt werden.
Die Gesundheitskommission des Nationalrats (SGK) hiess parlamentarische Initiativen der SP- und der FDP-Fraktion mit diesem Ziel gut. Der Risikoausgleich ermöglicht eine Kompensation zwischen den teuren und günstigen Versicherten unter den Krankenkassen.
Gesundheitszustand berücksichtigen
Damit diese Risikoselektion entschärft wird, soll der Ausgleich künftig auf mehr Angaben zu den Versicherten basieren. Statt wie heute nur auf Alter, Geschlecht und Spital- oder Pflegeaufenthalt abzustellen, soll er künftig auch den Gesundheitszustand – die sogenannte Morbidität – berücksichtigen.
Diese Anpassung war Teil der Managed-Care-Vorlage, welche im Juni an der Urne gescheitert war. Mit parlamentarischen Initiativen verlangten die FDP- und die SP-Fraktion, die Verfeinerung dennoch umzusetzen. Die SGK hiess die Vorstösse mit 18 zu 7 respektive mit 18 zu 6 Stimmen bei einer Enthaltung deutlich gut.
Munition gegen Einheitskasse
Als nächstes gehen die Initiativen in die Gesundheitskommission des Ständerats. Leistet diese den Begehren ebenfalls Folge, kann die nationalrätliche Kommission die entsprechende Gesetzesvorlage ausarbeiten.
Der verfeinerte Risikoausgleich ist auch Teil des geplanten Gegenvorschlags, mit dem der Bundesrat die Initiative für eine Einheitskrankenkasse bodigen will. Die Arbeiten im Parlament sollen gleichzeitig mit jenen des Bundesrates voranschreiten.
(sda/fref; engf)






