Schweiz
Gripen-PR soll Volk und Parlament überzeugen
Das VBS und die Armee haben diese Woche kräftig die Werbetrommel gerührt für den Gripen-Kampfjet. Aber die Armee muss viele Hürden überwinden mit ihrer PR-Offensive, wenn sie Parlament und Öffentlichkeit vom Gripen überzeugen will.
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Mit viel Kraft und einem Höllenlärm steigt der Gripen über dem verregneten Militärflugplatz Emmen in den Himmel. Gebannt verfolgen Reporter, Kameraleute und Fotografen die Szene.
Korpskommandant Markus Gygax, Chef der Schweizer Luftwaffe, ist begeistert: «Das Flugzeug zeigt in der Luft, dass das neue Triebwerk und der Radar funktionieren. Wir sind absolut im Plan.»
Technisch verbessert
Denn das Flugzeug, das heute vorgeführt wird, hat schon einige technische Verbesserungen erfahren. Nach einigen weiteren technischen Anpassungen soll in naher Zukunft der Gripen des Typs E gebaut werden, also jenes Modell, das der Bundesrat kaufen will.
Doch momentan sieht es nicht so aus, dass das Parlament und die Bevölkerung dabei mitmachen würden. Das ist auch Christian Catrina bewusst, dem Chef Sicherheitspolitik im VBS: «Wir haben Gegenwind. Und wir haben schon immer Gegenwind gehabt.» Der Gripen mit nur einem Triebwerk sei anderen Kampfflugzeugen technisch unterlegen, bemängelten einige.
Notwendigkeit nicht klar
Und andere bezweifeln, ob die Schweiz überhaupt 22 Kampfflugzeuge für 3,1 Milliarden Franken kaufen sollte. «Ich glaube, es ist nicht gelungen – weder der Luftwaffe noch Bundesrat Ueli Maurer – der Bevölkerung zu erklären, wieso es jetzt derart teure Flieger braucht», sagt Roman Schürmann, der sich schon seit Jahren als Historiker, Buchautor und Journalist mit der Schweizer Luftwaffe befasst.
Bundesrat Ueli Maurer stehe vor einer schweren Aufgabe, sagt auch Kenneth Angst, in den 90er-Jahren Berater des damaligen Verteidigungsministers Kaspar Villiger.
Bürgerliche nicht geschlossen
Denn heute stünden nicht einmal mehr die Bürgerlichen geschlossen hinter der geplanten Flugzeug-Beschaffung. «Das ist gar nicht sicher, ob der Freisinn hinter dem Gripen steht, wie man weiss, nachdem der neue Parteipräsident Müller erhebliche Zweifel angemeldet hat.» Für Maurer sei es einfach nicht erkennbar, auf wen er mit Sicherheit zählen könne.
Die politische Linke ist ohnehin gegen neue Kampfflugzeuge. Die bürgerliche Mitte vom Gripen zu überzeugen sei jetzt denn auch die vordringliche Aufgabe, sagt VBS-Vertreter Christian Catrina.
Günstigster Kampfjet
Dabei bringt er auch das Geld ins Spiel. Schliesslich sei der Gripen das preisgünstigste Flugzeug. «Das Kernargument ist, das der Gripen das einzige Flugzeug ist, dass man beschaffen kann, ohne den Rest der Armee zu ruinieren.» Und das sei für die Mitte schon ein recht wichtiges Argument.
Ob das überzeugen wird? Der Gripen-Kampfjet ist heute wieder sicher in Emmen gelandet. Politisch aber hängt das Geschäft noch immer in der Luft.







