Wirtschaft
Griechischer Coca-Cola-Konzern flüchtet in die Schweiz
Griechenlands grösste Firma, Coca Cola Hellenic, reagiert auf die Krise. Zum einen wechselt sie seinen Börsenplatz nach London. Der Sitz soll zudem künftig in der Schweiz liegen.
Die Verlagerung zur grössten europäischen Börse spiegle den internationalen Charakter der Firma besser wider, lautete die Begründung vom Getränke-Abfüller Coca Cola Hellenic (CCH). Auch die meisten Investoren seien keine Griechen mehr. Fünf Prozent seines Geschäfts macht das Unternehmen noch in Griechenland.
Branchenbeobachter aber werteten den Wechsel in erster Linie als schlechtes Signal für Griechenland. CCH hatte sich über höhere Steuern beschwert, die die Regierung in Athen im Zuge der Sparmassnahmen zur Bekämpfung der Schuldenkrise erliess. Steuersorgen dürfte die Firma am neuen Sitz im Kanton Zug keine haben.
Flucht ins Ausland
Coca Cola Hellenic ist zwar Griechenland grösste Firma, die ihren Sitz ins Ausland verlegt, aber nicht die erste. Kürzlich gab die Milch- und Joghurtfirma FAGE bekannt, nach Luxemburg ziehen zu wollen. Seit Jahresanfang sollen bereits über 100 griechische Firmen nach Bulgarien gezogen sein. Auch mehrere Banken haben die Flucht ergriffen: unter anderem der griechische Ableger der französischen Crédit Agricole, die Tochter von Société Générale oder die Bank of Cyprus.
Die Aktien der CCH-Aktionäre sollen in solche der Coca Cola HBC AG getauscht werden, wie der Konzern mitteilte. Die Coca Cola HBC AG hat ihren Sitz in Zug. Nach dem Delisting in Griechenland will das Unternehmen dann über eine Sekundär-Notierung an die Athener Börse zurückkehren.
Der US-amerikanische Getränkekonzern Coca Cola ist mit 23 Prozent an CCH beteiligt. Im vergangenen Jahr erzielte CCH bei Umsätzen von 6,85 Milliarden Euro einen Nettogewinn von 330 Millionen Euro. Es füllt Cola und andere Getränke in 28 Ländern ab. Der Schweizer Ableger von Coca Cola ist ebenfalls Teil von CCH.
(agenturen/mery; schl)







