Schweiz
Nagra-Geheimpapier: Ex-Mitarbeiter bekennt sich zu Weitergabe der Aktennotiz
Ein ehemaliger Mitarbeiter der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) hat zugegeben, die interne Aktennotiz weitergegeben zu haben. Er habe das Papier an ein Mitglied der Eidg. Kommission für nukleare Sicherheit weitergereicht – in der Annahme, diese Person würde die Information vertraulich behandeln.
«Nach zwei schlaflosen Nächten habe ich mich dafür entschieden, alle Mitarbeitenden der Nagra vom Generalverdacht zu entlasten, etwas mit der Herausgabe der internen Aktennotiz zu tun zu haben, die gegenwärtig die Medien beherrscht», schrieb er der Nagra.
Weiter schrieb der Ex-Mitarbeiter, er müsse davon ausgehen, dass das Papier infolge einer unbedachten Handlung seinerseits über Umwege an die Öffentlichkeit gelangt sei. Am Rand einer Sitzung habe ihn ein Fachmann um die betreffenden Informationen gebeten. «Ich habe ihm diese Aktennotiz übergeben – in der klaren (aber rückblickend naiven) Annahme, er würde diese Information ... vertraulich behandeln.»
Heikle Notiz zu Endlager-Standorten
Das interne Dokument der Nagra sorgte in den letzten Tagen für Verunsicherung. Denn das Papier hatte den Eindruck erweckt, dass bereits entschieden ist, wo dereinst die nuklearen Abfälle gelagert werden sollen. Statt der bisherigen sechs möglichen Standort-Regionen für ein Atommüllendlager sprach die Nagra darin nur noch von zwei möglichen Varianten.
Bundesamt für Energie will Nagra coachen
Der ans Licht gebrachte geheime Nagra-Bericht bleibt nicht folgenlos: Das Bundesamt für Energie wird die Nagra künftig eng begleiten. Hier mehr.
(sda/galc/godc;mery)







