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International

Vier Bauern aus Nigeria verklagen Öl-Multi

Donnerstag, 11. Oktober 2012, 18:48 Uhr

Das Vorhaben gleicht einem Kampf von David gegen Goliath: Vor einem Gericht in Den Haag haben vier nigerianische Bauern den Ölkonzern Shell verklagt. Sie fordern Schadensersatz wegen der Ölpest in ihrem Land.

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Seit 2005 würden Grundwasser und Boden im Nigerdelta durch Öllecks verseucht, erklärte die Anwältin der Bauern. «Shell hat die Leitungen nicht gut gewartet und die Schäden nicht beseitigt.» Millionen Barrels Öl seien ausgeströmt. Bauern und Fischer hätten daher ihre Existenzgrundlage verloren.

«Unser Trinkwasser ist verseucht, unser Fisch ist verseucht, und unsere Luft ist verseucht», sagte einer der Bauern am Rande des Prozesses. «Ich erwarte Gerechtigkeit.» Die Bauern forderten auch, dass der Ölkonzern die Umweltschäden in ihren drei Dörfern beseitigt.

Kettenreaktion nach Verurteilung
 
Die Kläger legten dem Gericht Fotos, Videos und Studien vor. «Shell gibt selbst in einer eigenen Studie zu, dass die Leitungen nicht gut gewartet waren», sagte der Sprecher der Umweltschutzorganisation Milieudefensie, Geert Ritsema. «Die sind total verrottet.» Die Organisation hatte die Zivilklage gemeinsam mit den Bauern angestrengt.

Es ist das erste Mal, dass sich ein niederländisches Unternehmen in der Heimat vor Gericht für Umweltvergehen im Ausland verantworten muss. Eine Verurteilung des Konzerns könnte nach Ansicht von Juristen zu weiteren internationalen Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe führen.

Täglich beklaut

Der Jurist des Ölkonzerns gab an, dass Schäden nach den ersten Lecks beseitigt wurden. Für weitere Umweltschäden seien lokale Saboteure verantwortlich. Ausserdem würden kriminelle Gruppen Löcher in die Rohre schlagen, um Öl zu stehlen. Shell geht von 150'000 Barrels täglich aus.

Ein Urteil des Gerichts wird zum Jahresende oder Beginn 2013 erwartet. Erst danach wird über die Höhe möglicher
Schadenersatzzahlungen entschieden.

(sda/mery;maiu)