International
Raketenteile in syrischem Flugzeug – Türkei beschuldigt indirekt Russland
Die Türkei hat in einem syrischen Passagierflugzeug militärisches Gerät gefunden. Die Ladung – möglicherweise aus Russland – war offenbar für das syrische Regime bestimmt. Syrien beschuldigt derweil die Türkei der «Piraterie».
Bild
Der türkische Aussenminister bestätigte laut Nachrichtenagentur Anadolu, dass man Gegenstände gefunden habe, die nach zivilen Luftfahrtvorschriften hätten deklariert werden müssen. Um welche Art Gegenstände es sich handle, sagte er aber nicht. Medien berichteten über Teile von Raketensystemen und Kommunikationsausrüstung, die man gefunden habe.
Der türkische Aussenminister warf Russland indirekt vor, die syrische Führung mit Waffen zu beliefern und dafür Zivilflugzeuge zu missbrauchen. Die Maschine war in Moskau gestartet. Russland ist einer der wichtigsten Verbündeten und Waffenlieferant des Assad-Regimes.
«Wir sind entschlossen, Waffenlieferungen an ein Regime zu kontrollieren, dass solch brutale Massaker an der Zivilbevölkerung verübt», sagte der türkische Aussenminister. Es sei nicht hinnehmbar, dass der türkische Luftraum für solche Lieferungen benutzt werde.
Die Direktorin der staatlichen Fluggesellschaft Syrian Airlines verneinte jedoch die Lieferung von Waffen. «Das Flugzeug hatte keine illegale Fracht an Bord. Die Ladung entsprach internationalen Gesetzen und Bestimmungen.» Was sich genau im Frachtraum befand, sagte sie allerdings nicht.
Russland fordert Erklärung
Russland will von den türkischen Behörden Erklärungen, wie die Türkei «solche Handlungen gegen russische Bürger» rechtfertigt. Das russische Aussenministerium wies darauf hin, dass das Abfangen des Flugzeugs mit Kampfflugzeugen die «Passagiere gefährdet» habe. Unter den Reisenden befanden sich 17 russische Bürger.
Syrien macht Vertragsbruch geltend
Derweil warf Syriens Verkehrsminister der Türkei «Piraterie» vor. Dies berichtete der libanesische Fernsehsender al-Manar. Syrien beruft sich dabei auf Verträge, welche die Zivilluftfahrt betreffen.
Nachdem die verdächtigen Teile beschlagnahmt worden sind, hat der Airbus mit seinen 35 Passagieren an Bord am frühen Morgen Ankara in Richtung Damaskus verlassen.
Syrien versus Türkei
Die Beziehungen zwischen Ankara und Damaskus sind höchst angespannt. Die Türkei stellt sich im Syrienkonflikt offen auf die Seite der Aufständischen. Im Juni schoss Syrien einen türkischen Kampfjet ab.
Seit rund einer Woche schlagen im türkischen Grenzgebiet immer wieder Granaten aus Syrien ein, die Türkei feuert zurück. Die Türkei will «mit grösserer Wucht» zurückzuschlagen, sollten die Attacken kein Ende haben.
(sda/buev/mery;krua)






