International
Friedensschluss von Anschlag überschattet
Bei einem Bombenanschlag auf den Philippinen sind zwei Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Letzter Versuch den Frieden zu torpedieren oder der Beginn einer neuen Gewaltwelle?
Nach Polizeiangaben zündeten Attentäter die Sprengsätze während der Vorbereitungen zur Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen der Regierung und der «Moro Islamischen Befreiungsfront» (Milf). Die Ermittler vermuten, dass die Attentäter das Abkommen sabotieren wollten. «Es gibt Gruppen die verärgert sind und solche, die nicht wollen, dass das Abkommen zustande kommt», sagte der regionale Polizeipräsident Gil Hitosis.
Der Konflikt zwischen Christen und Muslimen auf den Philippinen wird seit mehr als 500 Jahren ausgetragen. Hauptursache des Konflikts ist der Versuch der Christianisierung des südlichen Teils des Landes sowie eine verfehlte Siedlungspolitik, welche die indigenen Völker zur Minderheit werden liess. Mehr dazu lesen Sie hier.
Erst vor kurzem hatte sich der philippinische Präsident Benigno Aquino mit den Milf-Rebellen auf einen Friedensschluss geeinigt. Ihm soll ein Abkommen über einen endgültigen Frieden folgen.
Zuvor soll jedoch im Süden des Landes auf der Insel Mindanao ein neues regionales Verwaltungsgebiet geschaffen werden. Die Region soll über bestimmte autonome Rechte verfügen – Kompetenzen wie Verteidigung, Währungspolitik und Staatsbürgerschaft sollen aber weiter in der Hand der Zentralregierung verbleiben.
Die Region um Mindanao gilt als reich an Bodenschätzen. Auf der zweitgrössten Insel der Philippinen leben die meisten Muslime des Landes, die fünf Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen.
Die christliche Bevölkerung auf Mindanao steht dem Friedensschluss grösstenteils skeptisch gegenüber. Sie glaubt nicht an die Versprechen der Milf, dass die freie Ausübung des Glaubens auch weiterhin gewährleistet sei und Christen im Lokalparlament über eine fixe Sitze Anzahl von Sitzen verfügen sollen.
(agenturen/maiu; engf)



