Vermischtes
Bern wappnet sich gegen die Wassermassen
Starke Regenfälle haben zu Überschwemmungen und Erdrutschen in Teilen der Schweiz geführt. Besonders betroffen ist der Kanton Glarus. Aber auch Bern steht wegen der Wassermassen in Alarmbereitschaft.
In der Stadt Bern beobachteten die Einsatzkräfte aufmerksam den Pegelstand der Aare. Die Abflussmenge stieg bis am Abend auf 350 Kubikmeter pro Sekunde. Der Alarmwert liegt mit 400 Kubikmetern pro Sekunde zwar noch deutlich höher. Die Feuerwehr verschickte aber vorsorglich eine SMS an die Bewohner des Mattequartiers.
«Es ist kein Alarm, aber wir wollen die Bevölkerung für die Situation sensibilisieren», sagte Franz Märki von der Berufsfeuerwehr Bern. Über Nacht werde man die Aare aufmerksam beobachten, vor allem in Bezug auf mögliches Schwemmholz.
Zugleich habe man Sofortmassnahmen im Bereich der Kanalisation ausgelöst und auch die Abschnittsverantwortlichen für den Fall eines Einsatzes bestimmt. Denn der Thunersee steige immer noch an.
Rheinschifffahrt unterbrochen
Der Rhein war zwischen Kembs (F) und Rheinfelden (AG) gesperrt. Am Morgen überschritt der steigende Rheinpegel zwei Sicherheitslimiten, worauf die Schifffahrt etappenweise gesperrt wurde. Die höhere dieser beiden Limiten wurde jedoch nach elf Uhr wieder unterschritten, worauf der untere Flussabschnitt wieder freigegeben werden konnte, wie die Schweizer Rheinhäfen mitteilten.
In den Rhein münden nicht nur der Grossteil der Ostschweizer Fliessgewässer, sondern via Aare auch jene des Berner Oberlands sowie via Reuss auch viele aus der Zentralschweiz. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) erwartet gemäss seinen Prognosen, dass der Rheinpegel erst am Donnerstag wieder unter die Sicherheitslimite «IIa», die exakt einer Höhe von 248,2 Metern über Meer entspricht, sinkt.
Anhaltender Regen hat auch im Baselbiet Bäche über die Ufer treten lassen. Das hat zu Strassensperrungen geführt. Auch Kantonsstrassen waren vereinzelt betroffen. Nach zehn Uhr beruhigte sich die Lage.
Erdrutsche und überflutetet Strassen
In den Kantonen Schwyz und Glarus haben die starken Regenfällen zu Überschwemmungen, Erdrutschen und gefluteten Kellern geführt. In den letzten 48 Stunden fielen örtlich mehr als 130 Liter Regen pro Quadratmeter – mehr als sonst im ganzen Monat Oktober.
Der Höchstwert von 134 Litern wurde im Niederurnertäli (GL) gemessen, wie SF Meteo mitteilte. Hohe Niederschlagsmengen fielen auch im Klöntal (GL) und in Einsiedeln (SZ) mit 123 respektive 112 Litern. Auf dem Säntis gingen 117 Liter nieder.
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Beruhigung erst am Abend
Nass war es auch in anderen Regionen der Schweiz. So wurden laut SF Meteo im Engelbergertal (OW) und in den Waadtländer Alpen über 70 Liter Niederschlag gemessen. 50 bis 60 Liter fielen im Jura, in den Freiburger Alpen, im Zürcher Oberland sowie im Sarganserland und im Toggenburg.
Die Zürcher Einsatzzentrale Schutz und Rettung verzeichnete am Mittwochmorgen innerhalb von drei Stunden rund 50 Feuerwehreinsätze. Einrücken mussten auch die Einsatzkräfte in den Kantonen St. Gallen, Baselland und Zug.
Am Mittwochabend lässt der Regen laut SF Meteo langsam nach. In der Nacht zum Donnerstag erwarten die Meteorologen eine kurzzeitige Beruhigung. Gegen Ende Woche dürfte es aber noch einmal kräftig regnen.
(sda/redaktion;engf)







