Energiepolitik
Bundesamt für Energie will Nagra coachen
Der ans Licht gebrachte geheime Nagra-Bericht bleibt nicht folgenlos: Das Bundesamt für Energie wird die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) künftig eng begleiten.
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Ziel sei es, das Vertrauen in den Regionen wieder herzustellen, erklärte der Direktor des Bundesamtes für Energie (BFE), Walter Steinmann.
Die Führung der Nagra musste im BFE Red und Antwort stehen wegen des internen Papiers, das am Sonntag an die Öffentlichkeit gelangt war. Das Papier hatte den Eindruck erweckt, dass bereits entschieden ist, wo dereinst die nuklearen Abfälle gelagert werden sollen. Statt der bisherigen sechs möglichen Standort-Regionen für ein Atommüllendlager sprach die Nagra darin nur noch von zwei möglichen Varianten.
Freitag: Nagra fehlt es an politischer Sensibilität
Vor den Medien begann Nagra-Verwaltungsratspräsident und FDP-Ständerat Pankraz Freitag seine Erklärungen mit einer Entschuldigung. «Es tut uns leid, dass wir Leute verunsichert und frustriert haben, die sich engagieren», sagte Freitag. Das gefundene Dokument sei lediglich ein Referenzszenario, um finanzielle Berechnungen durchzuführen. Die Nagra werde versuchen, das Vertrauen wieder herzustellen, soweit es beschädigt sei.
Freitag räumte jedoch ein, dass es der Nagra an politischer Sensibilität fehlt. «Wir sind im Wesentlichen eine Ingenieurfirma.» Die Mitarbeitenden müssten nun dafür sensibilisiert werden, dass sie sich in einem politischen Umfeld bewegten. Die Nagra will nun untersuchen, wie das interne Papier an die Öffentlichkeit gelangte.
Nagra?
Gemäss Kernenergiegesetz müssen die radioaktiven Abfälle von ihren Verursachern entsorgt werden. Die Betreiber der Kernkraftwerke sowie die Schweizerische Eidgenossenschaft (zuständig für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle aus Medizin, Industrie und Forschung) haben für diese Aufgabe 1972 die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) gegründet.
Die Genossenschafter der Nagra sind:
- Schweizerische Eidgenossenschaft, vertreten durch das EDI
- BKW FMB Energie AG, Kernkraftwerk Mühleberg
- Kernkraftwerk Gösgen-Däniken
- Kernkraftwerk Leibstadt
- Axpo AG, Kernkraftwerke Beznau I und II
- Alpiq Suisse SA
- Zwilag Zwischenlager Würenlingen
(sda/godc;gern)







