International
Türkei zwingt syrisches Passagierflugzeug zur Landung
Mehrere türkische Kampfflugzeuge haben ein syrisches Passagierflugzeug zur Landung in Ankara gezwungen. Es besteht Verdacht auf Waffenschmuggel. Unterdessen wird die Situation an der türkisch-syrischen Grenze immer prekärer.
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Die Türkei zwang am Mittwoch ein syrisches Passagierflugzeug zur Landung in Ankara. Aussenminister Ahmet Davutoglu bestätigte, dass türkische Kampfflugzeuge die aus Moskau kommende Maschine zum Boden eskortiert hätten.
«Nicht-zivile Fracht» an Bord
Nach Geheimdienstinformationen habe sich «nicht-zivile Fracht» an Bord befunden. In einigen türkischen Medienberichten hiess es, das Flugzeug könnte Waffen für Syrien geladen haben. Russland ist der wichtigste Waffenlieferant des Regimes von Präsident Baschar al-Assad.
Nachdem ein Teil der Fracht konfisziert worden war, hat die Türkei grünes Licht für die Weiterreise gegeben, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu.
Härteres Vorgehen angedroht
Währenddessen hält die Spannung an der türkisch-syrischen Grenze an. Der türkische Generalstabschef Necdet Özel hat Syrien mit härteren Vergeltungsschlägen gedroht, falls der Beschuss aus dem Nachbarland nicht aufhört.
Im türkisch-syrischen Grenzgebiet kommt es seit Tagen zu Scharmützeln, so auch am Mittwoch, als auf türkischer Seite erneut mehrere Mörsergranaten einschlugen. Offenbar erwiderte die türkische Armee auch diesmal das Feuer.
«Angriffe von Türkei inszeniert»
Es ist bislang nicht eindeutig geklärt, ob das türkische Gebiet gezielt angegriffen wurde. Möglicherweise handelte es sich um einen versehentlichen Beschuss im Zuge der Kämpfe zwischen syrischen Regierungstruppen und Rebellen entlang der Grenze.
Die syrische Führung warf der Türkei vor, die jüngsten Angriffe an der Grenze selbst inszeniert zu haben. Die regierungsnahe syrische Tageszeitung «Al-Watan», die einem Cousin von Präsident Baschar al-Assad gehört, schrieb, Ziel dieser Taktik sei es, die Einrichtung eines «befreiten Gebietes» im Norden der syrischen Provinz Idlib durchzusetzen.
Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hatte am Dienstag gesagt, das Bündnis habe Pläne zur Verteidigung der Türkei erarbeitet. Er nannte keine Details, ein hochrangiger Vertreter des US-Verteidigungsministeriums sagte jedoch, die Nato würde wahrscheinlich aktiv werden, wenn die Türkei Beistand beantragen sollte.
USA besorgt über chemische Waffen
Unterdessen versuchen die USA mit Hilfe der Nachbarn Syriens festzustellen, ob chemische Waffen in Lagern der Regierung weiterhin sicher sind. «Wir wären gerne sicher, dass diese Chemiewaffen nicht in falsche Hände geraten», sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta.
Die US-Armee habe eine Gruppe von Experten nach Jordanien geschickt, man stehe auch mit der Türkei in Kontakt, sagte Panetta. Die US-Soldaten in Jordanien helfen der Regierung in Amman auch, «Einsatzfähigkeiten für einen Notfall» zu entwickeln.
(sda/ap/engf;buev)







