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International

IWF warnt vor Kreditengpass in Europa

Mittwoch, 10. Oktober 2012, 6:37 Uhr, Aktualisiert 08:39 Uhr

Der Internationale Währungsfonds (IWF) verschärft angesichts der Schuldenkrise seine Warnung vor einer neuen Kreditklemme in Europa. Eine solche könnte der Konjunktur in der Eurozone noch deutlicher zusetzen.

Bild IWF-Vorstände an einem Pult unter einem Logo des Jahresgipfels.
Die Eurokrise – aber auch die Konjunkturprognosen haben zum sinkenen Vertrauen in das Finanzsystem beigetragen. keystone

Es sei im schlimmsten Fall denkbar, dass überhastete Bilanzverkürzungen bei den Banken die Kreditvergabe bis Ende 2013 um 4,5 Prozent sinken lassen, heisst es im neuen IWF-Bericht zur Stabilität des globalen Finanzsystems, der in der Nacht in Tokio vorgelegt wurde.

Dadurch könne die Konjunktur in der Eurozone zwischen 1,5 und 4 Prozent im Vergleich zu den jetzigen ohnehin niedrigen Prognosen einbrechen. Um das zu verhindern, müssten die europäischen Regierungen vor allem durch die Umsetzung bereits vereinbarter Massnahmen gegen die Schuldenkrise ihre politische Glaubwürdigkeit bekräftigen.

Nachlassendes Vertrauen

Darauf aufbauend könnten sie «die derzeitige Situation stabilisieren und schnelle Schritte zu einer besser integrierten Union unternehmen», heisst es in der Analyse.

Chinas Finanzchefs nicht beim Treffen in Japan

Vor dem Hintergrund des Streits zwischen China und Japan um unbewohnte Inseln im Ostchinesischen Meer bleiben der chinesische Finanzminister und Notenbankchef der Jahrestagung des IWF und der Weltbank in Tokio fern.

Die vier grössten chinesischen Banken nehmen ebenfalls nicht an dem Treffen teil, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Der Boykott durch die Vertreter der Industrial and Commercial Bank of China, Bank of China, Construction Bank und Agricultural Bank erfolge wegen der angespannten Beziehungen durch den Territorialstreit, wurden Experten zitiert.

Von Regierungsseite nehmen nur Chinas Vizezentralbankchef Yi Gang und Vize-Finanzminister Zhu Guangyao an der Jahrestagung teil.

Neben der Eurokrise hätten auch weltweit schlechtere Konjunkturprognosen dazu beigetragen, dass das Vertrauen ins globale Finanzsystem zuletzt wieder deutlich nachgelassen habe.

«Eurokrise bleibt Hauptrisiko»

«Trotz wichtiger und andauernder Bemühungen der europäischen Gesetzgeber, die die grössten Ängste der Investoren ansprachen, bleibt die Eurokrise das Hauptrisiko» für das globale Finanzsystem.

Privatanleger seien insgesamt noch weniger risikofreudig geworden und die schwächeren Euroländer litten weiter unter einer Kapitalflucht. Auch die neuen Sicherungsinstrumente hätten den Trend noch nicht stoppen können.

(sda/buet;godc)