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Ein Mitglied von Pussy Riot kommt frei – Zwei ins Straflager
Ein Berufungsgericht in Moskau hat die Haft für eine der drei Frauen der Punkband Pussy Riot in eine Bewährungsstrafe umgewandelt. Die zwei anderen Aktivistinnen müssen nach ihrer Kritik an Kremlchef Wladimir Putin in einer Kirche tatsächlich für zwei Jahre ins Straflager.
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Jekatarina Samuzewitsch, die Frau die nun auf Bewährung frei kommt, habe vor Gericht eine neue Taktik gewählt, erklärt Christof Franzen, SF-Korrespondent in Moskau. Sie sei gar nicht dazu gekommen, ihre Aktion zu starten, weil ein Wächter sie zuvor gepackt hatte und aus der Kirche geführt hatte, argumentierte sie.
Die zwei anderen Frauen, Maria Alechina und Nadeschda Tolokonnikowa, müssen aber für zwei Jahre ins Gefängnis, teilte das Gericht mit.
Die drei Frauen hatten zuvor vor dem Berufungsgericht um eine Aufhebung ihres Schuldspruchs gebeten. «Wir wollten niemanden beleidigen», erklärte Maria Alechina. Sie hätten gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und auch gegen die Orthodoxe Kirche protestiert, die seine Herrschaft unterstütze.
«Wir sind in die Kathedrale gegangen, um dagegen zu protestieren, dass sich die politischen und spirituellen Eliten vereinen», sagte Maria Alechina.
Proteste vor Gericht
Vor dem Gerichtsgebäude demonstrierten Anhänger und Gegner der Frauen. Auf einem grossen Transparent forderten Putin-Gegner den Rücktritt des Präsidenten. Mindestens zwei Menschen seien festgenommen worden, hiess es.
Kurz vor der Berufungsverhandlung gegen drei Mitglieder der russischen Polit-Punkband «Pussy Riot» hatte die Moskauer Polizei ihre Präsenz rund um das Gerichtsgebäude deutlich verstärkt. Streifenwagen kontrollierten die Umgebung.
Kreml-Chef ohne Gnade
Putin selbst hatte erst vor wenigen Tagen die Verurteilung der drei Frauen als «richtig» verteidigt. Mit ihrer Protestaktion in einer Moskauer Kirche hätten die Musikerinnen «die Grundfesten der Moral untergraben», sagte Putin.
Zu der jeweils zweijährigen Gefängnisstrafe für die Frauen sagte er: «Sie haben es gewollt, und sie haben es bekommen.» Er habe aber «keinen Einfluss auf den Prozess genommen», betonte Putin.
(sda/dpa/hesa;horm)







