International
Mexikanische Polizei erschiesst Drogenbaron
In Mexiko ist einer der prominentesten Drogenbosse im Rahmen einer Militäraktion erschossen worden. Nun hofft das Land, dass damit der seit Jahren tobende, brutale Drogenkrieg der Kartelle ein Ende findet.
Den mexikanischen Streitkräften ist offenbar ein weiterer bedeutender Schlag gegen die Drogenmafia gelungen. Der Chef des berüchtigten Kartells «Los Zetas», Heriberto «El Lazca» Lazcano, wurde bei einer Schiesserei mit Sicherheitskräften nahe der Grenze zu den USA getötet.
Es wird nicht ausgeschlossen, dass die USA mit Drohnen, an der Aktion beteiligt gewesen sind. Möglicherweise stellten sie Foto-Nahaufnahmen zur Verfügung, die den Mexikanern Hinweise zum Aufenthaltsort des Drogenkartell-Bosses gegeben haben.
Die formelle Identifizierung stehe zwar noch aus, doch handle es sich bei dem Toten allem Anschein nach um Lazcano alias «El Lazca», heisst es in einer Erklärung der Marine. Die US-Regierung hatte ein Kopfgeld in Höhe von fünf Millionen Dollar auf den Drogenboss ausgesetzt. Mexiko hatte zusätzliche 2,3 Millionen Dollar auf Lazcanas Kopf ausgelobt.
Sechs Jahre lang soll Lazcano der Boss von «Los Zetas» gewesen sein. In diese Zeit fielen erbitterte Machtkämpfe der Drogenkartelle mit 50'000 Toten. Lazcano selbst soll unter anderem die Ermordung des mexikanischen Zeitungs-Chefredakteurs Francisco Ortiz Franco im Jahr 2004 in Auftrag gegeben haben.
«Los Zetas» wurde 1999 von desertierten Elitesoldaten gegründet. Das Kartell gilt als eines der technologisch am weitesten entwickelten und gewaltbereitesten Verbrecherorganisation. Seit 2010 sind die Zetas ein eigenständiges Drogenkartell. Daneben haben sie sich auf Erpressung von Schutzgeldern, Menschenhandel und Prostitution, Entführungen sowie Herstellung und Verkauf von Raubkopien spezialisiert. Ihr Anführer war Heriberto «El Lazca» Lazcano.
«Los Zetas» hat grosse Teile des Nordens und Ostens von Mexiko im Griff. Das Kartell ist bekannt dafür, dass es seine Feinde köpft und zerstückelt. «Los Zetas» wurden ursprünglich als bewaffneter Arm des Golf-Kartells gegründet, bevor sie sich vor zwei Jahren selbstständig machten.
Seit dem Bruch herrscht zwischen den beiden Banden ein blutiger Krieg um die Kontrolle der Schmuggelrouten in die USA. Erst Ende September hatten die mexikanischen Behörden ein weiteres Führungsmitglied von «Los Zetas», Iván Velázquez Caballero alias «Z- 50», gefasst.
In Mexiko kämpfen rivalisierende Drogenkartelle um die Kontrolle der lukrativen Schmuggelrouten in die USA. Der scheidende Präsident Felipe Calderón hat seit seinem Amtsantritt im Dezember 2006 die Armee gegen die Drogenbanden eingesetzt. Zwar konnten immer wieder spektakuläre Verhaftungen gefeiert werden, der Durchbruch im Kampf gegen die Kartelle blieb bisher aber aus.
(sda/maiu;hues)



