Inhalt

Wirtschaft

BAE-EADS-Fusion: London streut Sand ins Getriebe

Montag, 8. Oktober 2012, 18:10 Uhr

Aus den beiden Rüstungskonzernen EADS und BAE Systems entstünde bei der geplanten Megafusion ein Gigant mit 220'000 Mitarbeitern. Doch die britische Regierung befürchtet die Dominanz der deutschen und der französischen Beteiligung.

Grossbritannien bezweifelt eine schnelle Einigung auf die geplante Megafusion der beiden europäischen Konzerne EADS und BAE Systems.

Bild Portrait des britischen Verteidigungsministers Philip Hammond.
Der britische Verteidigungsminister Philip Hammond empfiehlt den Konzernen EADS und BAE Systems, nochmals über die Bücher zu gehen. reuters

«Ehrlich gesagt gehe ich nicht davon aus, dass es irgendeine Chance gibt, dass bis Mittwoch eine Vereinbarung steht», sagte der britische Verteidigungsminister Philip Hammond am Montag dem Sender BBC.

Fristverlängerung wahrscheinlich

Frankreich müsse den EADS-Anteil signifikant zurückfahren, damit ein Zusammenschluss mit BAE Systems durchgehe. Frankreichs Beteiligung sollte im Gleichklang mit prozentual einstelligen Anteilen von institutionellen Investoren sein.

Hammond legte den Konzernen nahe, eine Verlängerung der von den britischen Behörden gesetzten Frist für Mittwoch zu beantragen.

Frankreich sieht keine Probleme

Die britische Regierung hatte am Sonntag mit ihrem Veto gegen eine Fusion der Konzerne gedroht. Sie ist besorgt, dass Deutschland oder Frankreich in dem neuen Unternehmen zu viel Einfluss haben könnten. Die Höhe der Staatsbeteiligungen ist ein Kernstreitpunkt zwischen den Regierungen.

Entsprechend nicht überraschend ist die Warnung Frankreichs in der Sache. Aus Regierungskreisen hiess es, ein Gleichgewicht in dem künftigen Konzern zwischen Frankreich und Deutschland stelle kein Problem dar. Die Fusion sei aber nur möglich, wenn die Regierung in Paris Aktien des französischen Medienunternehmens Lagardere übernehmen könne.

Derzeit hält der französische Staat 15 Prozent an EADS, was neun Prozent am neuen Unternehmen ergäbe. Sollte Frankreich noch den Lagardere-Anteil übernehmen, käme das Land im neuen Konzern auf 13,5 Prozent.

Mega-Konzern an der Spitze

Im Falle eines Zusammenschlusses des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS und dem britischen Rüstungsunternehmen BAE Systems entstünde ein Branchenprimus mit einem Umsatz von rund 72 Milliarden Euro und weltweit gut 220.000 Beschäftigten.

(reu/from;krua)