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Nobelpreis für Medizin geht an Stammzellforscher

Montag, 8. Oktober 2012, 11:40 Uhr, Aktualisiert 20:48 Uhr

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an den Japaner Shinya Yamanaka und den Briten John Gurdon. Das teilte das Karolinska Institut in Stockholm mit. Die beiden sind auf dem Feld der Stammzellenforschung tätig.

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Nobelpreis für Medizin verliehen («Tagesschau», 08.10.2012)

Die beiden Forscher haben eine Art Jungbrunnen entwickelt: Sie programmieren erwachsene Zellen eines Menschen neu. Diese entwickeln sich in eine Art Embryonalzustand zurück. Danach steuern die Forscher die Entwicklung der Zellen in eine neue Richtung.

Frosch-Klonung war Teil der Forschung

Grundlage dafür ist die vor erst sechs Jahren veröffentlichte Technik des diesjährigen Medizin-Nobelpreisträgers Shinya Yamanaka von der japanischen Universität Kyoto. Der 50jährige stützt sich auf Erkenntnisse des 79jährigen Briten John Gurdon von der Universität Cambridge, der die hohe Auszeichnung ebenfalls erhält.

Das Ziel der neuen Technik: Die verjüngten Zellen sollen zerschlissenes Gewebe ersetzen oder als Versuchsobjekte für die Forschung dienen. Eine Heilung von Patienten ist aber noch weit entfernt.

Porträt von Alfred Nobel (nobelpreis-organisation)

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Erste Entdeckung über 50 Jahre alt

1962 bewies Gurdon, dass erwachsene Zellen alle ihre Eigenschaften behalten: Auch wenn sie etwa als Zellen in Haut oder Haaren ausbildet sind, können sie zurück in eine Art Embryonalstadium gelangen. Zudem klonte Gurdon erstmals ein Tier: einen Frosch.

Im Jahr 2006 entdeckte Yamanaka Kontrollgene, die er in einer Mäusezelle einschleuste. Das Ergebnis: Die Zellen verjüngten sich. 

Bis zur Anwendung noch ein weiter Weg

Doch die Forscher warnen selbst vor Euphorie. «Wissenschaft ist voller Überraschungen», sagt Yamanaka. Die Technologie stecke noch in den Kinderschuhen. 

Die Empfänger des Medizin-Nobelpreises

Bisher ist der Nobelpreis für Medizin an 199 Personen vergeben worden. Der letzte Schweizer, der den begehrten Wissenschaftspreis erhielt, war Rolf Zinkernagel im Jahr 1996. mehr

«Ihre Entdeckungen haben unser Verständnis darüber revolutioniert, wie sich die Zellen und Organismen entwickeln», begründet das Nobelpreis-Komitee seinen Entscheid.

Es ist absehbar, dass man aus einzelnen Zellen ganze Organe bauen kann (Tagesschau 08.10.2012, 19:30 Uhr)

Stiftung litt unter Finanzkrise

Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist diesmal mit umgerechnet 1,1 Millionen Franken (8 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert. Damit vergibt die Stiftung 20 Prozent weniger Geld als in den Jahren zuvor. Das Stiftungskapital hatte unter der Wirtschaft- und Finanzkrise gelitten.

Zeitplan der Nobelpreis-Vergabe

Mo, 8. Oktober: Medizinnobelpreis
Di, 9. Oktober: Physiknobelpreis
Mi, 10. Oktober: Chemienobelpreis
Do, 11. Oktober: Literaturnobelpreis
Fr, 12. Oktober: Friedensnobelpreis
Mo, 15. Oktober: Wirtschaftsnobelpreis

(agenturen/buev;krua)