Schweiz
Beim Canyoning kommt es immer wieder zu Unfällen
Der bisher schwerste Canyoning-Unfall im Saxetbach (BE) hatte 1999 21 Todesopfer gefordert. Seither ist es zu mehreren weiteren Unfällen in dieser Risikosportart gekommen, einige davon forderten Menschenleben.
Am 27. Juli 1999 waren im Saxetbach 45 Abenteurer mitgerissen worden, als nach einem Gewitter das Gewässer anschwoll. 18 Touristen und drei Guides kamen ums Leben. Sechs Chefs des Veranstalters wurden später von einem Gericht in Interlaken (BE) der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen und zu bedingten Gefängnisstrafen und zu Bussen verurteilt.
Am 7. August 2001 wurden ein Vater und seine Tochter aus Luzern beim Canyoning im Wildbach Nara bei Osogna (TI) von den Wassermassen mitgerissen und ertranken, als ein Kraftwerk sein Staubecken entleerte. Sie hatten sich offenbar nicht eingehend bei dem Werk informiert.
Am 30. April 2003 starb ein 54jähriger Niederländer im Onsernone-Tal im Tessin bei einem Canyoning-Unfall. Er war beim Abseilen abgestürzt.
Am 11. Juni 2004 verunfallte im Valle Malvaglia (TI) ein 33jähriger deutscher Tourist beim Canyoning tödlich. Er war beim Abseilen von einer Brücke von den Wassermassen fortgerissen worden.
Am 24. August 2006 kam ein 48jähriger Mann aus dem Kanton Neuenburg bei einem Canyoning-Unfall im Tessiner Maggiatal ums Leben.
Am 8. Juni 2008 verunfallte ein 36jähriger neuseeländischer Canyoning-Guide im Stampbach bei Sigriswil (BE) tödlich. Er war zusammen mit einem Kollegen in die Schlucht gestiegen und verschwand plötzlich.
Am 14. Juni 2008 mussten SAC und Rega zwei 15- und 18jährige Brüder beim Canyoning in den Bergen bei Bellinzona (TI) retten.
Am 21. Mai 2009 blieben neun Belgier auf einer Canyoning-Tour im Maggia-Tal (TI) stecken und mussten von der Rega gerettet werden.
Am 7. Oktober 2012 wurden zwei Gruppen beim Canyoning im Fallenbach zwischen Amden (SG) und Walensee von steigendem Wasser überrascht. Ein 24jähriger Guide aus Belgien und eine 23jährige Touristin aus Deutschland konnten nur noch tot geborgen werden.
Der Unfall im Saxetbach hatte Behörden und Adventure-Unternehmen zu verschiedenen Sicherheits-Massnahmen bewogen. So gründeten Unternehmen eine Stiftung, die Veranstaltern Sicherheits-Zertifikate verleiht.
2007 gab sich das Wallis als erster Schweizer Kanton ein Gesetz über so genannte Risikosportarten. Am 1. Januar 2014 tritt das landesweit geltende Gesetz über Risikosportarten in Kraft.
(sda/weis; frua)







