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International

Türkei reagiert auf weitere Granateinschläge aus Syrien

Montag, 8. Oktober 2012, 15:19 Uhr, Aktualisiert 18:57 Uhr

Seit Tagen liefern sich Syrien und die Türkei entlang der Grenze Scharmützel. Auch heute schlugen Granaten auf türkischer Seite ein, die Regierung antwortete mit dem Beschuss von Armeeposten. Von einem Krieg redet bislang niemand, die UNO aber warnt vor den möglichen Folgen.

Bild Die türkisch-syrische Grenze in der Provinz Hatay. Die Grenzscharmützel zwischen beiden Staaten dauern an, die UNO warnt vor den Konsequenzen.
Die türkisch-syrische Grenze in der Provinz Hatay. Die Grenzscharmützel zwischen beiden Staaten dauern an, die UNO warnt vor den Konsequenzen. reuters

Nach Angaben der türkischen Armee schlug die Granate am frühen Nachmittag im Grenzbezirk Altinozu in der Provinz Hatay ein. Wie schon bei vorangegangenen Einschlägen reagierte die türkische Seite umgehend: Sie beschoss ihrerseits syrische Armeestellungen. 

Auf eine direkte Intervention der Türkei im Nachbarland gibt es bislang keine Hinweise. Allerdings erteilte das türkische Parlament  den Streitkräften am vergangenen Donnerstag grünes Licht für ein militärisches Eingreifen in Syrien. Das Mandat ist auf ein Jahr begrenzt.

Gefechte in Syrien: Auf diesem Amateurvideo ist ein Bombenabwurf zu sehen – angeblich nahe der Stadt Aleppo. (unkommentiert, Stimme des Filmenden zu hören)

Ban warnt vor Konsequenzen

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte vor einer Gewalteskalation in der Grenzregion. Diese könne «schwerwiegende Konsequenzen» haben. Er forderte ein Ende der Waffenlieferungen nach Syrien – an beide Parteien des Konflikts.

Ban sagte, er sei «tief besorgt» über die anhaltenden Lieferungen sowohl an das Regime als auch an die Aufständischen. Er forderte die beteiligten Länder auf, diese einzustellen. «Die Militarisierung des Konflikts verschlimmert die Lage nur.» Eine politische Lösung sei «der einzige Ausweg aus der Krise», sagte Ban, der vor einem Demokratieforum beim Europarat in Strassburg sprach. 

Bild Warnt vor «schwerwiegenden Konsequenzen»: UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon in Strassburg.
Warnt vor «schwerwiegenden Konsequenzen»: UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon in Strassburg. keystone

Tote bei neuen Gefechten

Die Gefechte in Syrien dauern unterdessen an. Nach Angaben von Aufständischen starben beim Beschuss eines Konvois mit Kriegsverletzten 20 Menschen. Die Verwundeten seien ausserhalb der Ortschaft Al-Karak unter Beschuss geraten. 

Von Seiten der Rebellen hiess es zudem, die Provinzhauptstadt Daraa sei am Morgen mit Panzergranaten beschossen worden. Diese Angaben konnten von unabhängiger Seite nicht überprüft werden. In Daraa hatte der Aufstand gegen Assad im März 2011 begonnen.

(agenturen/krua;horm)