International
Chinas Telekom-Firmen wehren sich gegen US-Vorwürfe
Die Spannungen zwischen den USA und China nehmen weiter zu. Der US-Kongress hat mit scharfen Worten vor zwei chinesischen Telekommunikationsriesen gewarnt. Huawei und ZTE stellten eine Sicherheitsgefahr für die USA dar. Befürchtet wird Wirtschaftsspionage zu militärischen Zwecken. Davon wollen die Firmen nichts wissen.
«Die Sicherheit und Integrität unserer Produkte ist weltweit bewiesen», heisst es in einer Stellungnahme von Huawei, dem zweitgrössten Netzwerkausrüster der Welt. «In fast 150 Märkten» werde ihnen getraut. Das Unternehmen reagierte damit auf US-Medienberichte über die Untersuchung eines Ausschusses des Repräsentantenhauses.
Der Kongressausschuss hatte eine Untersuchung aufgrund von Befürchtungen eingeleitet, die beiden chinesischen Firmen könnten Wirtschaftsspionage betreiben oder im Auftrag des Militärs spionieren. Die Abgeordneten kamen dabei zum Schluss, dass sowohl Huawei als auch der zweiten angeprangerten Telekommunikationsfirma, ZTE, «nicht vertraut werden kann». Sie stünden unter Einfluss der Regierung in Peking.
Beide Unternehmen stellten somit «eine Bedrohung für die Sicherheit der USA und unsere Systeme dar», heisst es in dem Bericht, der in Washington offiziell vorgestellt werden sollte. Aufträge an ZTE und Huawei oder Übernahmen durch die Firmen könnten daher die Sicherheit der Vereinigten Staaten gefährden.
Weltweite Vorwürfe
In Australien war ZTE vor einigen Monaten aus Furcht vor Cyberangriffen vom nationalen Breitband-Netzwerk ausgeschlossen worden. Dieses sollte die Mehrheit der Australier ans besonders schnelle Internet anschliessen.
Deutsche Spezialisten für Internetsicherheit hatten Huawei kürzlich vorgeworfen, die Router des Unternehmens für den Internetzugang seien mit nur einfachen Hackerkenntnissen zu knacken – um sich so in Netzwerke einschleusen und Daten ausspähen zu können. Die Technologie der Huawei-Router sei auf dem Stand der 1990er Jahre.
Weiter heisst es in dem Bericht: «China hat die Mittel, die Gelegenheiten und die Gründe, um Telekommunikationsunternehmen für bösartige Ziele einzusetzen.» Entsprechend seien die USA gefordert, «angesichts der Bedrohung der nationalen Sicherheitsinteressen Unternehmenskäufe, Übernahmen und Fusionen mit Beteiligung von Huawei und ZTE zu blockieren».
Neben den beiden Firmen kritisierte auch das Aussenministerium in Peking die Anschuldigungen aus den USA. «Wir hoffen, dass die US-Kongress die Wahrheit respektiert und Vorurteile überwindet, um die bilaterale Wirtschafts- und
Handelskooperation zu fördern – und nicht umgekehrt», sagte Sprecher Hong Lei.
(sda/koua/mery;hesa)



