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Bürgerkrieg-Gefahr: Was wird nur aus Afghanistan?
Afghanistan bleibt ein Brandherd. Die Zukunft des Landes ist alles andere als rosig. Die Situation der Bevölkerung wird nicht nur immer schlechter, Experten warnen auch vor einem Bürgerkrieg nach dem Abzug der Nato-Truppen 2014.
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Die anhaltenden Kämpfe in Afghanistan verschlechtern nach Einschätzung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) die Lage der Bevölkerung immer weiter. «Ich verlasse dieses Land mit Sorge», sagte der scheidende IKRK-Chef in Afghanistan, Reto Stocker.
Traumatisierte Bevölkerung
«Seit ich im Jahr 2005 hier ankam, haben sich die lokalen bewaffneten Gruppen stark vermehrt, Zivilisten sind nicht nur zwischen einer, sondern mehreren Frontlinien gefangen und medizinische Versorgung bei Krankheit oder Verletzung wird zunehmend schwieriger für normale Afghanen.»
Die Bevölkerung in den Konfliktzonen lebe in ständiger Angst vor Sprengkörpern und Schusswechseln. Ausserdem litten die Menschen unter einer schlechter werdenden Wirtschaft, dem rauen Wetter und Naturkatastrophen, sagte Stocker. Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft sei immer mehr geschwunden.
Die Ausweitung des Konflikts und eine prekäre Sicherheitslage behinderten humanitäre Hilfe vor allem in den Regionen, wo sie dringend benötigt werde, fügte Stocker an. «Es gibt viele Orte im Land, an denen wir sein sollten, aber nicht hingehen können.»
Das IKRK arbeitet seit 1979 in Afghanistan und kümmert sich auch um tausende Gefangene. Stocker äusserte sich besorgt darüber, dass sich die Bedingungen in den Gefängnissen verschlechtern könnten, sobald die internationalen Truppen 2014 abziehen und die finanziellen Hilfen für die afghanische Regierung reduziert werden.
Regierung vor Zusammenbruch
Glaubt man der International Crisis Group (ISG), droht nach dem Abzug der Truppen gar ein Bürgerkrieg. «Es besteht ein reelles Risiko, dass die Regierung in Kabul nach dem Abzug der Nato-Truppen 2014 in sich zusammenbrechen kann», sagte ISG-Expertin Candace Rondeaux anlässlich eines neuen Afghanistan-Berichts.
Demnach gibt es nur wenig Hoffnung auf Stabilität, sobald das Land selbst die volle Verantwortung für Sicherheit übernimmt. «Die afghanische Armee und Polizei gehen überfordert und unvorbereitet in den Übergang», sagte Rondeaux laut einer Presseerklärung.
(sda/dpa/hues;mery)






