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International

7000 Polizisten für Merkel-Besuch in Athen

Montag, 8. Oktober 2012, 15:13 Uhr

Die deutsche Bundekanzlerin Angela Merkel reist zum ersten Mal seit Ausbruch der Finanzkrise nach Griechenland. Die Hauptstadt Athen ist in Alarmbereitschaft. Grossdemonstrationen sind angekündigt.

Bild Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel steht vor einer EU-Flagge. (reuters)
Merkels Besuch in Griechenland steht unter keinem guten Stern – die Wut der Spar-Kritiker gegen die Kanzlerin ist gross. reuters

Die griechische Regierung hat ein Grossaufgebot an Sicherheitskräften mobilisiert. Gegen 7000 Polizisten bereiten sich auf ihren Einsatz vor, wie aus Polizeikreisen verlautete. Sie sollen am Dienstag, wenn Angela Merkel in Athen landet, das Zentrum der Hauptstadt abriegeln – insbesondere das Gebiet zwischen dem Hotel der Bundeskanzlerin und dem etwa 1,5 Kilometer entfernt liegenden Regierungsviertel.

Für etwa sechs Stunden soll dort kein Verkehr mehr rollen. Sogar Passanten will die Polizei überprüfen. Verdächtige sollen vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen werden. Im Fall von Ausschreitungen stehen fünf Wasserwerfer bereit. Im Vorfeld stellte die Polizei auch Einheiten zum Schutz der deutschen Botschaft und andere deutsche Einrichtungen bereit.

Proteste wegen Merkel-Besuch

Merkel wird in Athen mit Staatspräsident Karolos Papoulias, mit Ministerpräsident Antonis Samaras und Vertretern deutscher und griechischer Unternehmen zusammenkommen. Die Reise ist als Erwiderung des Besuchs von Samaras in Berlin vom August zu verstehen – und nicht als Zeichen für weitere Hilfszulagen an das pleitebedrohte Land, wie Regierungssprecher Steffen Seibert betont.

Kritiker von Griechenlands Sparpolitik machen Merkels Kurs in der Eurokrise für die derzeitige Situation verantwortlich. Darum haben sie zu Grossdemonstrationen aufgerufen. Unter ihnen die beiden grössten Gewerkschaften des Landes. Auch die Kommunisten und die grösste Oppositionspartei im Parlament, das Bündnis der radikalen Linken (Syriza), riefen zu Kundgebungen auf. Man werde «alles mobilisieren, was man auf die Strasse bringen kann», hiess es wiederholt.

Bild Griechische Rentner zünden in Athen eine EU-Flagge in Brand. (keystone)
Den Demonstranten ist das neue geforderte Sparpaket im Umfang von 13,5 Milliarden Euro ein Dorn im Auge. keystone

Heute Montag protestierten bereits mehrere hundert griechische Rentner gegen die Sparmassnahmen. Sie zogen vor die Büros der EU in Athen und setzten eine EU-Flagge in Brand.

(sda/dpa/mery;buev)