Schweiz
Frankreichs Präsident zeigt Schweiz die kalte Schulter
Bundespräsidentin Eveline Widmer Schlumpf will die Beziehungen zu Frankreich verbessern und hat den französischen Präsidenten eingeladen. Doch François Hollande will – zumindest vorerst – nicht in die Schweiz kommen.
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Die Absage dürfte nicht ganz zufällig sein. Denn die Beziehungen zwischen der Schweiz und Frankreich sind derzeit eher unterkühlt. Immerhin stellte François Hollande der Bundespräsidentin in Aussicht, nach Paris zu kommen.
14 lange Jahre
Der letzte offizielle Besuch eines französischen Präsidenten liegt bereits 14 Jahre zurück. Damals reiste Jacques Chirac auf Einladung der Schweiz nach Bern.
Alt Bundesrat Pascal Couchepin tat früher viel für eine gute Beziehung zum westlichen Nachbarn. Nun sagt er der «Tagesschau»: «Das offizielle Frankreich spricht heute fast nur noch kritisch über die Schweiz. Es geht immer ums Bankgeheimnis und um Steuerflucht.» Die Idee, dass die Schweiz französischen Bürgern Steuervorteile anbieten würde, komme für die Franzosen einem Verrat gleich, so Couchepin.
Besuch der Schweiz nicht imagefördernd
Claudine Schmid ist französische Abgeordnete und schweizerisch-französische Doppelbürgerin. Sie sagt, die Schweiz sei für Hollande ein innenpolitisches Minenfeld. «Viele Franzosen, vor allem Hollandes Wähler haben leider ein schlechtes und ein falsche Bild der Schweiz und ihres Finanzplatzes», sagt Schmid. Diesen Druck spüre Hollande.
Handel zwingt Länder zu Freundschaft
Ob er deswegen nicht in die Schweiz kommt? Ein Termin für ein Treffen ist nun in Abklärung. Die Bundespräsidentin liess verlauten, sie habe grosses Interesse daran, Gespräche mit Frankreichs Präsidenten zu führen.
Die beiden Nachbarn werden laut Couchepin die Verstimmung wohl beilegen – weil die Länder wirtschaftlich voneinander abhängen. Es würde eine Lösung gefunden werden. «Eine Lösung, bei der aber vermutlich wir Abstriche machen müssen», so Couchepin.
(sf/galc; fasc)



