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International

Zahlen und Fakten zu Venezuela

Sonntag, 7. Oktober 2012, 15:31 Uhr

Riesige Erdölreserven – wahrscheinlich die grössten der Welt – lassen Venezuelas Staatseinnahmen sprudeln. Benzin wird fast verschenkt. Gleichzeitig kämpfen die Menschen mit einer exorbitanten Inflationsrate und leben in einem Land, in dem so viel geraubt und gemordet wird wie sonst nur in wenigen anderen Flecken der Erde.

Bild Arbeiter der staatlichen Ölfirma PDVSA in Morichal: Venezuela verfügt über die wahrscheinlich grössten Ölreserven der Welt.
Arbeiter der staatlichen Ölfirma PDVSA in Morichal: Venezuela verfügt über die wahrscheinlich grössten Ölreserven der Welt. reuters

Venezuela liegt an der Karibikküste im Norden des südamerikanischen Kontinents. Nach offiziellen Angaben verfügt das Land mit schätzungsweise 300 Milliarden Barrel über die grössten Erdölreserven der Welt.

Der Barrel-Preis von über 100 Dollar lässt die Staatseinnahmen sprudeln. Ölexporte machen über 95 Prozent der Exporterlöse aus und die Einnahmen aus dem lukrativen Ölgeschäft füllen die Staatskasse etwa zur Hälfte. Benzin wird in Venezuela hoch subventioniert und fast verschenkt. Dennoch muss das Land Sprit importieren, denn die Raffineriekapazitäten reichen nicht.

Viel Kriminalität

Die knapp 29 Millionen Venezolaner leiden zudem unter einer enormen Inflation – 2011 lag sie bei mehr als 27 Prozent. Zudem kämpft das Land mit einer hohen Kriminalitätsrate. In der Millionenmetropole Caracas sind 50 bis 60 Morde an einem Wochenende keine Seltenheit. Nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation wurden 2011 mehr als 19'300 Morde in Venezuela registriert.

Seit wenigen Monaten ist Venezuela nach jahrelanger Wartezeit Mitglied im südamerikanischen Wirtschaftsverbund Mercosur, wovon sich die Regierung viele Vorteile verspricht. Viele Unternehmer sehen die Wirtschaft dagegen nicht vorbereitet auf einen Wettbewerb vor allem mit der Konkurrenz aus Brasilien.

Seit 1999 wird Venezuela vom sozialistischen Staatschef Hugo Chávez regiert, der eine enge Allianz mit anderen linken Regierungen in Lateinamerika pflegt, allen voran Kuba. Chávez setzt auf die Bolivarische Revolution und einen «Sozialismus des 21. Jahrhunderts».

(dpa/krua;galc)