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Schweiz

Mörgeli: In der Winkelried-Rolle «gegen linkes Mittelmass»

Samstag, 6. Oktober 2012, 14:40 Uhr

Der entlassene Universitäts-Angestellte Christoph Mörgeli will im Stile eines Winkelrieds SVP-Gedankengut an Arbeitsstellen verteidigen. Auch für andere. «Die einst systemkritischen 68er zeigen einmal an der Macht totalitäre Züge.»

Zuerst wolle er sich wehren, sagte der Zürcher SVP-Nationalrat im Interview mit der «NZZ». Dabei sieht er sich selber als Winkelried. Er wehre sich auch für andere, die das SVP-Gedankengut teilten und aus einer Universitäts- oder sonstigen Stelle ausgesondert würden. Sich selber sieht er als Muster dafür, wie jemand aus rein politischen Gründen abgeschossen werde.

Bild Mörgeli.
Mörgeli: «Unis von linkem Mittelmass regiert». reuters

«Kampf der Geschichtsbilder»

«Der angebliche Staub auf einigen Knochen ist reine Ausrede», sagte er zu Vorwürfen, die Sammlung des Medizinhistorischen Museums sei unter seiner Leitung fehlerhaft und veraltet gewesen. Er sei seit Jahren wegen seiner politischen Ansichten massiv ausgegrenzt worden. «Die einst so systemkritischen 68er zeigen einmal an der Macht plötzlich totalitäre Züge.»

Die Universität werde heute vom linken Mittelmass regiert, vor allem in den Geisteswissenschaften. Propagiert werde wissenschaftlicher Internationalismus, während die Schweizer Nationalgeschichte gering geschätzt werde. «Es ist ein Kampf der Geschichtsbilder.»

Externe Untersuchung gefordert

Wie seine geheime Mitarbeiterbeurteilung, der Bericht über die Objektsammlung und der Akademische Bericht an die Öffentlichkeit gelangten, kann sich Mörgeli genau vorstellen. Die vertraulichen Dokumente hätten nur aus dem Umfeld seines neuen Vorgesetzten Flurin Condrau kommen können, sagte er.

Er fordert deshalb eine unabhängige Untersuchung, die mögliche Kontakte von Institutsmitarbeitern zum Journalisten des «Tages-Anzeigers» aufdecken soll. Glaubwürdig sei sie aber nur, wenn sie von Externen geführt werde.

(sda/fasc;krua)