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Hassprediger Abu Hamza schweigt vor dem Haftrichter
Nach jahrelangem juristischen Tauziehen ist der radikal-islamische Geistliche Abu Hamza von Grossbritannien an die USA ausgeliefert worden. Die Liste der Anklagepunkte gegen den 54Jährigen ist lang. Beim ersten Termin in einem New Yorker Gericht schwieg er dazu.
Hamza war zuvor zusammen mit vier weiteren Terrorverdächtigen an die USA ausgeliefert worden. Bereits kurz nach der Landung in New York wurden sie dem Haftrichter vorgeführt. Amerikanischen Medienberichten zufolge schwieg Hamza. Die anderen vier Ausgelieferten sollen auf «nicht schuldig» plädiert haben.
Hamza wird unter anderem die Beteiligung an einer Geiselnahme westlicher Touristen 1998 im Jemen vorgeworfen. Zudem soll er in den USA ein Terrorcamp errichtet haben und zwischen 1999 und 2001 mehrere Terroranschläge in Afghanistan unterstützt haben.
Der gebürtige Ägypter, der seit den achtziger Jahren die britische Staatsbürgerschaft besitzt, hat in Grossbritannien bereits eine siebenjährige Gefängnisstrafe wegen Volksverhetzung abgesessen. Er hatte im Norden Londons ein islamistisches Zentrum aufgebaut.
Tauziehen seit 2004
Die USA versuchten seit 2004, seine Auslieferung durchzusetzen. Abu Hamza wehrte sich bis zuletzt erbittert dagegen. Ihm sowie den anderen Ausgelieferten droht für ihre mutmasslichen Terrorvergehen lebenslange Haft.
«Den Anklagepunkten zufolge agierten diese Männer in den Nervenzentren der Terrorakte von Al-Kaida», so der Staatsanwalt für den südlichen Bezirk von New York, Preet Bharara. «Sie trugen dazu bei, dass Blut vergossen wurde, dass Leben verloren und Familien zerstört wurden.»
Nach dem langen Hin und Her um die Auslieferung der drei nun in New York einsitzenden Männer sei ein Wendepunkt für den landesweiten Kampf gegen den Terrorismus gekommen, so Bharara. «Wir setzen das Versprechen an die amerikanische Bevölkerung um, dass wir jedes diplomatische, juristische und bürokratische Werkzeug einsetzen, um angeklagte Terroristen zu verfolgen, ganz gleich wie lange es dauert.» Bharara gilt als einer der angesehensten Juristen der USA.
Berufung in letzter Instanz abgewiesen
Der High Court in London hatte am Freitag in letzter Instanz einen Versuch Abu Hamzas zurückgewiesen, die Auslieferung zu verhindern. Er hatte zuletzt versucht, sie mit einem Verweis auf seinen Gesundheitszustand – er leidet nach eigenen Angaben unter anderem an Depressionen – zu verhindern. Die Richter in London erkannten dies jedoch nicht an. Eine Behandlung sei auch in den USA möglich. Zuvor hatte bereits der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Zuständigkeit für den Fall abgelehnt.
Ausgeliefert wurden zudem ein weiterer Ägypter und ein Saudi. Sie sollen an den Anschlägen auf die US-Botschaften in Kenias Hauptstadt Nairobi und im tansanischen Daressalam beteiligt gewesen sein, bei denen 1998 mehr als 220 Menschen starben.
(dpa/krua)



