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International

Gefechte im türkisch-syrischen Grenzgebiet werden heftiger

Samstag, 6. Oktober 2012, 16:00 Uhr, Aktualisiert 23:01 Uhr

Erneut sind Granaten aus Syrien auf türkischem Boden eingeschlagen. Eine verfehlte einen Beobachterposten nur knapp. Die türkische Armee erwiderte das Feuer. Ministerpräsident Tayyip Erdogan warnte unmissverständlich: Die Entschlossenheit seines Landes testen zu wollen, sei ein «tödlicher Fehler».

Heftige Bürgerkriegsgefechte im syrischen Grenzgebiet zur Türkei stellen die ohnehin gespannten Beziehungen zwischen Damaskus und Ankara auf eine harte Probe. Als Reaktion auf weitere Granateneinschläge auf türkischem Boden feuerte die Armee abermals zurück.

Türkei und Syrien im Clinch (Tagesschau, 22 Uhr, 06.10.2012)

Kämpfe im Grenzgebiet werden offenbar heftiger

Die insgesamt drei aus Syrien abgefeuerten Mörsergranaten waren im Laufe des Samstags in den Feldern um das türkische Dorf Güveççi detoniert, nur 50 Meter von der Grenze entfernt. Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, wurde niemand verletzt. Das türkische Militär habe sofort das Feuer erwidert. Zunächst war nur von einer Granate die Rede gewesen.

Den Berichten zufolge deutete das Amt des Gouverneurs von Hatay die Vorfälle als fehlgeleitete Angriffe der syrischen Armee auf die Aufständischen im eigenen Land. Die Kämpfe im Grenzgebiet seien heftiger geworden.

Die Türkei warnt Syrien und lässt an der Grenze Panzer auffahren. («Tagesschau» vom 06.10.2012)

Massive Gefechte in der Region meldete auch die syrische Opposition. Nahe der Kleinstadt Dschisr al-Schogur seien an der Grenze zur Türkei Rebellen und Regierungstruppen aufeinandergeprallt, berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London. Mindestens 25 Soldaten und drei oppositionelle Kämpfer seien getötet worden. Landesweit starben den Angaben zufolge mindestens 60 Menschen.

Türkische Stärke

Die Türkei verfügt über ein wesentlich stärkeres Militär als Syrien. Erdogan ist einer der schärfsten Kritiker von Präsident Baschar al-Assad. Die Türkei bietet ranghohen Rebellen Unterschlupf und hat fast 100‘000 Flüchtlinge aufgenommen.

Keine Reaktion aus Syrien

Die Lage zwischen Syrien und der Türkei ist explosiv, seit am Mittwoch im türkischen Akcakale nahe der syrischen Grenze eine Mutter und ihre vier Kinder durch Granaten starben. Wenig später beschoss die Türkei erstmals Ziele in Syrien. Der arabische Sender Al-Dschasira berichtete von 34 Todesopfern – Oppositionelle sagten hingegen, die Zahl der Toten liege im einstelligen Bereich.

Bild Türkische Militärmaschinen vor Schafherde.
Relative Ruhe und Kriegszustand liegen nah beieinander. reuters

Am Donnerstag erlaubte das Parlament in Ankara der Regierung für ein Jahr Militäreinsätze über die Grenze hinweg. Am Freitag landete erneut eine Granate auf türkischem Boden, ohne dass jemand verletzt wurde. 
 
Syrien hat sich bisher nicht für die Zwischenfälle entschuldigt. Die staatliche Agentur Sana verbreitete stattdessen die Nachricht, dass Assad zum Jahrestag des «Befreiungskriegs» im Oktober 1973 eine Gedenkstätte für die «Märtyrer» besuchte. Vor 39 Jahren hatte mit dem Überfall ägyptischer und syrischer Streitkräfte auf Israel der Jom-Kippur-Krieg begonnen.

 

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Glückskette sammelt für syrische Flüchtlinge

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Am 13. November findet ein Nationaler Sammeltag für Syrien statt.

(agenturen/fasc;krua)