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International

Marrokko: Kriegsschiffe blockieren «Abtreibungsschiff»

Freitag, 5. Oktober 2012, 2:21 Uhr

Ein «Abtreibungsboot» hat die Segel in Richtung Marokko gesetzt. Das muslimische Land empfängt die Aktivisten jedoch nicht mit offenen Armen.

Das «Abtreibungsschiff» der niederländischen NGO «Women on Waves» sollte am Donnerstagnachmittag vor der marokkanischen Stadt Smir anlegen. Kriegsschiffe blockierten jedoch den Hafen.

Das «Abtreibungsschiff» auf Mission (TagesschauNacht, 04.10.2012)

Es ist für die schwimmende Abtreibungsklinik die erste Reise in ein muslimisches Land. Auf dem Schiff können Frauen eine sichere medikamentöse Abtreibung bis zur sechsten Woche der Schwangerschaft durchführen.

Women on Waves kommt auf Einladung der marokkanischen Organisation «Alternative Bewegung für individuelle Freiheiten» (MALI) nach Smir. MALI setzt sich seit längerem für eine Legalisierung der Abtreibung in Marokko ein.

Einkommen ausschlaggebend

In Marokko ist Abtreibung per Gesetz verboten und gesellschaftlich tabuisiert. Dennoch werden täglich hunderte illegale Abtreibungen in dem nordafrikanischen Land durchgeführt, sagt Ibtissame Lachgar von der «Alternative Bewegung für individuelle Freiheiten». Betroffene mit wenig Einkommen greifen oft auf unsichere illegale Methoden zurück, die zu Komplikationen führen können. Viele Frauen würden diese auch nicht überleben.

Neben der medikamentösen Abtreibung will «Women on Waves» auch eine Hotline in Marokko anbieten, die Frauen über sichere Schwangerschaftsabbrüche informieren soll. Das «Abtreibungsschiff» steuert seit 2001 Länder an, in denen Abtreibung per Gesetz verboten ist.

(sf/weis; muei)