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International

Berühmteste kubanische Bloggerin Yoani Sánchez festgenommen

Freitag, 5. Oktober 2012, 16:49 Uhr

Die regimekritische Bloggerin Yoani Sánchez ist offenbar auf Kuba verhaftet worden. Sie war auf dem Weg zum Prozess eines befreundeten Politikers.

Nach Angaben eines anderen Bloggers ist Yoani Sánchez festgenommen worden. Sánchez sei auf dem Weg in die ostkubanische Stadt Bayamo gewesen, wo der Prozess gegen den spanischen Politiker Ángel Carromero beginnen sollte, der im Juli einen tödlichen Unfall verursacht hatte.

Bild Junge Frau auf einem Balkon stehend.
Yoani Sánchez kämpft gegen das kubanische Regime. reuters

Angeblich wollte Sánchez den Prozess mit einer «Provokation und einer Medienshow» zu stören. Auch ihr Mann soll von den Behörden verhaftet worden sein. Die Regierung nahm Sánchez schon früher an die kurze Leine, indem sie ihr Verbot, die Insel zu verlassen. Die Bloggerin legte daraufhin vor der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte (CIDH) Klagen gegen die kubanische Regierung ein.

Zweifel an Schuld

Im Prozess, zu dem Sánchez wollte, steht der 27-jährige spanische Jungpolitiker Carromero vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, am 22. Juli in der Nähe von Bayamo als Fahrer einen Unfall verursacht zu haben, bei dem zwei Personen ums Leben gekommen waren.

Laut der Regierungs-Website fordert die Staatsanwaltschaft sieben Jahre Haft für den Politiker der spanischen Volkspartei. Payás Familie zweifelte allerdings die offizielle Version des Unfallhergangs an und forderte eine unabhängige Untersuchung.

Alle Opfer Regime-Kritiker

Gemäss den Ausführungen der Regierung habe Carromero das Auto mit überhöhter Geschwindigkeit gegen einen Baum gefahren. Mit ihm im Auto waren der bekannte Dissident Oswaldo Payá sowie ein weiterer Dissident und ein schwedischer Jungpolitiker.

Yoani Sánchez – Einsame Kämpferin

Yoani Sánchez ist die berühmteste kubanische Bloggerin. Die auch international bekannte Oppositionelle hat für ihren Blog «Generación Y», in dem sie den Alltag in Kuba beschreibt und das Regime kritisiert, zahlreiche internationale Auszeichnungen erhalten.

Zu den Preisverleihungen konnte sie jeweils nicht anreisen, da die Behörden ihr die Ausreise verweigerten. Die kubanische Führung betrachtet alle Andersdenkenden als Handlanger und Spione in Diensten des US-Imperialismus und behandelt sie wie gemeine Kriminelle.

(muep/dpa;fasc)