Inhalt

Schweiz

Tessiner Gemeindepräsident bleibt in U-Haft

Donnerstag, 4. Oktober 2012, 18:44 Uhr, Aktualisiert 20:09 Uhr

Der Gemeindepräsident von Bissone (TI) muss mindestens fünf Wochen in Untersuchungshaft bleiben. Dem Mann werden einige Delikte zur Last gelegt – etwa Erpressung, Verleumdung oder Nötigung, um nur einige zu nennen.

Bild

Ludwig Grosa, welcher der Partei «Nuova Bissone» angehört, werden ausserdem falsche Anschuldigungen, Amtsmissbrauch, passive Bestechung und ungetreue Amtsführung vorgeworfen. Der Mann wird verdächtigt, sich unter Ausnützung seiner Position illegal bereichert zu haben. Weitere Details wollen die Behörden nicht bekannt geben.

Politisch am Ende («Schweiz aktuell», 04.10.2012)

Grosa ist seit 2004 Gemeindepräsident von Bissone. Einen Namen machte er sich im Südkanton vor allem durch seinen Widerstand gegen die inzwischen gebauten Lärmschutzwände entlang der Autobahn A2. Die Gemeinde Bissone liegt am östlichen Ende des Dammes von Melide, über den die A2 führt.

Für Aufruhr sorgte Grosa nach den letzten Kommunalwahlen mit einem vorläufigen Kündigungsschreiben für mehrere Gemeindemitarbeiter. Wegen fehlender Rechtsgrundlagen wurde die Angelegenheit aber rückgängig gemacht.

Zuletzt häuften sich Meldungen über Proteste innerhalb des Gemeinderats von Bissone. Politische Gegner von Grosa kritisierten, bei gewissen Entscheidungen übergangen worden zu sein.

(sda/galc;godc)