Schweiz
Die Schweiz empfängt Polens Präsident
Der polnische Präsident Bronislaw Komorowski ist zu einem zweitägigen Staatsbesuch in der Schweiz. Er ist in Bern vom Gesamtbundesrat mit militärischen Ehren empfangen worden.
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Trotz des Streits um die Ventilklausel sind die Beziehungen zwischen der Schweiz und Polen sehr gut – und sie sollen noch besser werden. Der polnische Präsident Bronislaw Komorowski betonte am ersten Tag seines Staatsbesuchs die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Ländern.
Hunderte Zuschauer verfolgten, wie Komorowski und seine Gattin Anna Komorowska mit militärischen Ehren vom Gesamtbundesrat begrüsst wurden. «Die Schweiz und Polen verbindet weit mehr als die gleichen Nationalfarben», sagte Widmer-Schlumpf bei ihrer Rede in der Wandelhalle des Bundeshauses.
Beziehungen nicht nachhaltig gestört
Mit dem Staatsbesuch unterstreiche der Bundesrat die besonderen Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Auch die Anwendung der Ventilklausel, mit der die Zuwanderung aus Polen trübte die Beziehungen offenbar nicht nachhaltig.
«Wir sollten die Ventilklausel nicht dramatisieren», sagte Komorowski in Bern. Der Schaden für Polen sei nicht gross. «Wir wollen daraus kein grösseres Problem machen», sagte der Präsident. Im Frühling hatte sich der polnische Botschafter in der Schweiz, Jaroslaw Starzyk, noch irritiert gezeigt über die Anwendung der Klausel.
Widmer-Schlumpf sagte, sie habe die Sicht der Schweiz bezüglich der Ventilklausel erläutert. An den bilateralen Gesprächen hatten auch die Bundesräte Ueli Maurer, Didier Burkhalter und Johann Schneider-Ammann teilgenommen.
Polen wünscht vertiefte Zusammenarbeit
Diskutiert wurde unter anderem über die Schuldenkrise. Wie in der Schweiz habe sich auch in Polen die Wirtschaft in der momentanen Krise als robust und zäh erwiesen, sagte der polnische Präsident. Er zeigte sich überzeugt, dass Europa gestärkt aus der Krise gehen werde.
«Die Zukunft Europas basiert auf der europäischen Integration», sagte er. Komorowski sprach sich für eine Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit der Schweiz aus. Die Gespräche mit Wirtschaftsvertretern hätten ihn «sehr positiv gestimmt», sagte er.
Widmer-Schlumpf betonte, Polen sei für die Schweiz ein wichtiger Handelspartner. Die beiden Länder wollen in Zukunft auch politisch stärker zusammenarbeiten. Wenn es um hohe Ämter gehe, sollten sich die beiden Länder gegenseitig unterstützen, sagte Komorowski. Die Schweiz wird voraussichtlich den Sitz ihrer Stimmrechtsgruppe im Exekutivrat des Internationalen Währungsfonds (IWF) künftig mit Polen teilen.
Bündner Konditoren in Polen
Sowohl Widmer-Schlumpf als auch Komorowski erinnerten in ihren Reden an historische Verbindungen zwischen den beiden Ländern. Die Bundespräsidentin wies auch darauf hin, dass Polen zeitweise ein beliebtes Auswanderungsland für Schweizer und Schweizerinnen gewesen war.
Aus ihrem Heimatkanton Graubünden etwa seien viele Konditoren und Schokoproduzenten nach Polen ausgewandert. Am Freitag hat Komorowski die Gelegenheit, eine Schweizer Schokoladenfabrik zu besuchen: Am zweiten Tag seines Staatsbesuchs begibt er sich in die Westschweiz.
Auf dem Programm stehen neben dem Besuch einer Schokoladenfabrik in Broc (FR) eine Besichtigung des Schlosses Greyerz (FR) und eine Schifffahrt auf dem Genfersee.
(sda/redaktion;godc)






