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«Altes» Europa:
Anteil der über 60jährigen an der Bevölkerung Stand 2012. Zwar führen Europa und Nordamerika die Statistik mit grossem Vorsprung an, doch auch der Rest der Welt wird sich schon bald mit dem Problem der Überalterung konfrontiert sehen.
Quelle: Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen
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International
Überalterung der Gesellschaft – UNO übt Kritik
Dem Fortschritt im Allgemeinen und dem medizinischen im Besonderen sei Dank: Die Menschen werden immer älter. Doch die Staaten der Welt sind darauf nur unzureichend vorbereitet – findet die UNO – und fordert deshalb ein Umdenken.
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Die UNO hat weltweit die Regierungen dazu aufgerufen, ihre Politik stärker auf die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft auszurichten. Sie müssten mehr in ältere Menschen investieren und deren Diskriminierung stoppen.
Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (Unfpa) wies in einem Bericht darauf hin, dass schon heute 893 Millionen der rund sieben Milliarden Menschen auf der Erde (12,8 Prozent) älter als 60 Jahre sind. Binnen des nächsten Jahrzehnts soll die Zahl um weitere 200'000 Menschen steigen.
Im Jahr 2050 leben laut dem Bericht 80 Prozent der Älteren in Entwicklungs- und Schwellenländern. Deren Regierungen hätten bislang jedoch noch keine Vorkehrungen getroffen, da ihre Bevölkerungen heute noch sehr jung seien.
Schweiz in der Spitzengruppe
In Japan gehören heute 31,6 Prozent der Bevölkerung der Altersgruppe über 60 Jahre an; das ist Rekord. Auf Rang zwei folgt Italien mit 27 Prozent. Danach kommt Deutschland (26,7 Prozent) vor Finnland (25,8 Prozent) und Schweden (25,4 Prozent). Nicht weit zurück liegt die Schweiz: Hier sind 23,4 Prozent der Bevölkerung älter als 60.
2050 werden die über 60-Jährigen 37,1 Prozent der Schweizer Bevölkerung ausmachen. Die Zahl der Menschen über 80 Jahren wird bis dann auf 12,8 (heute 5 Prozent) steigen. Europa, mit einem Durchschnitt von 22,5 Prozent der Bevölkerung über 60 Jahren, ist der älteste Kontinent. Im Vergleich: in Afrika sind nur 5,6 Prozent Menschen älter als 60, in Asien und in Lateinamerika je 10,5 Prozent und in Nordamerika 19,3 Prozent.
Deutschland will handeln
Berechnungen zufolge wird Deutschland bis 2060 bis zu 17 Millionen Einwohner verlieren – ein Fünftel der Bevölkerung. Jeder Dritte wird dann 65 Jahre oder älter sein. Die Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung hat weitreichende Folgen für Arbeitsmarkt und Gesellschaft.
Die deutsche Wirtschaft sieht vor allem die Folgen des Wandels für den Arbeitsmarkt mit Sorge, besonders mit Blick auf die zahlreichen mittelständischen Unternehmen. Es droht ein starker Fachkräftemangel, auch die öffentliche Verwaltung bekommt Nachwuchsprobleme. Immer weniger arbeitende Menschen müssen immer mehr Rentner finanzieren.
Innenminister Hans-Peter Friedrich fordert deshalb einen Bewusstseinswandel in Deutschland, um mit der demografischen Veränderung fertig zu werden. Die Herausforderung sei zu bewältigen und auch als Chance zu sehen, sagte Friedrich. Die Menschen müssten aber zu Veränderungen bereit sein.
(dpa/sda/maiu;falt)



