US-Wahlkampf 2012
Punktsieg für Romney auch bei Gestik und Mimik
Die erste TV-Debatte um die Präsidentschaftswahlen in den USA ist Geschichte. Viele Experten sahen dabei Mitt Romney als Gewinner. Ausschlaggebend dafür sei aber nicht nur seine glänzende Rhetorik gewesen, findet ein USA-Experte. Romney habe gar nicht sein wahres Gesicht gezeigt, meint dagegen Präsident Obama.
«Mitt Romney war sehr gut vorbereitet und ist energiegeladen in die Debatte gestiegen. Mimik und Gestik haben gestimmt», sagt Guido Weber. Auf ihn habe Romney immer einen freundlichen und interessierten Eindruck gemacht.
Dabei sei auch nicht negativ ins Gewicht gefallen, dass Romney zum Teil sehr mit Argumenten geladen war und zum Teil mit seinen Antworten scheinbar nicht abwarten konnte, so Guido Weber. Denn letztendlich «hat er dabei das richtige Mass gefunden.»
Präsident Obama hingegen sei sehr nüchtern aufgetreten – man könne fast sagen langweilig. «Er hat zu wenig elektrisiert und keine grossen Begeisterungen ausgelöst», so der Experte. Vielleicht habe sich im Vorfeld im Obama-Lager zu viel Optimismus breitgemacht, weil die Kampagne zu gut gelaufen sei, mutmasst Guido Weber.
Obama sah den «falschen» Romney
Einen Tag nach der Debatte gab Obama sich allerdings wieder angriffslustig und witzelte: «Als ich auf die Bühne kam, traf ich diesen sehr schwungvollen Kollegen, der behauptete, Mitt Romney zu sein. Es konnte aber nicht Mitt Romney sein», denn der «echte Romney» habe ganz andere politische Ziele.
Der ihm bekannte Mitt Romney wolle die Sozialausgaben kürzen, keine neuen Lehrer einstellen und auch keine Auskünfte über seine Einnahmen und gezahlten Steuern geben. Aber «wenn man Präsident werden will, dann schuldet man dem Volk die Wahrheit», sagte er in seiner ersten öffentlichen Reaktion nach dem Rededuell vor Anhängern in Denver.
(sf/maiu:godc)



