International
Stresstest: Mängel bei deutschen und französischen AKWs
Das Ergebnis des EU-Stresstests bei Atomkraftwerken hat ergeben: In Norddeutschland besteht Nachrüstungsbedarf, zahlreiche französische AKWs weisen Mängel auf. Empfehlungen gab es für die Schweiz.
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So wird der Schweizer Aufsichtsbehörde Ensi empfohlen, im Fall schwerer Un- und Vorfälle beim Wasserstoffmanagement stärker auf die Abhängigkeit von passiven Systemen zu setzen. Zudem werden zusätzliche Studien im Wasserstoffmanagement für die Lüftungssysteme angeregt.
Lob für die Schweiz
Ansonsten erhalten die Schweizer AKWs und die geplanten sowie bereits implementierten Massnahmen gute Noten. Positiv wird unter anderem bewertet, dass die Hauptsicherheitsmassnahmen für schwere Unfälle bereits vor der Atomkatastrophe von Fukushima in Kraft waren. Aber auch zusätzliche Kühlsysteme und Druckentlastungssysteme der Reaktor-Hüllen finden positive Erwähnung.
Das Ensi hatte nach den Tests seinerseits einen zusätzlichen Sicherheitsnachweis gefordert. So müssen die AKWs aufzeigen, dass sie ausreichend gegen Störfälle, ausgelöst durch extreme Wetterbedingungen, geschützt sind.
Mängel bei deutschen und französischen Nachbarn
Die Fachleute in Brüssel bemängeln in ihrem Bericht insgesamt sechs deutsche Anlagen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein, von denen nur noch Brokdorf, Emsland und Grohnde aktiv sind.
Die Betreiber müssten nach Ansicht der EU-Kommission nachrüsten – vorschreiben kann Brüssel dies aber nicht. Zwölf Standorte mit 17 Reaktoren wurden in Deutschland insgesamt geprüft.
Für die gesamte EU schätzen die Experten die Nachrüstungskosten für alle aktiven Meiler auf 10 bis 25 Milliarden Euro. Der Löwenanteil entfällt dabei auf Frankreich, das besonders viel Strom aus Atomkraft erzeugt. Der Test deckte bei französischen Kernkraftwerken zahlreiche Mängel auf.
Generell attestierte ein Experte der EU-Kommission den AKWs in Europa dennoch «einen hohen Sicherheitsstandard». Deshalb sei es auch nicht nötig, ein oder mehrere AKWs herunterzufahren. «Verbesserungen der Sicherheitsvorkehrungen werden aber für praktisch alle AKWs empfohlen», erklärte der Experte.
Kritik der Oberflächlichkeit
Die Umweltorganisation Greenpeace kritisierte in einer Reaktion, die Tests seien nicht tiefgründig genug durchgeführt worden. Die nationalen Regierungen müssten gründlichere Tests anordnen und die ältesten AKWs schliessen.
Die Stresstests in der Schweiz, der Ukraine sowie in den 14 EU-Ländern mit AKWs folgten im Nachgang zur Atomkatastrophe von Fukushima vom März 2011. Diese war durch ein Erdbeben und einen Tsunami ausgelöst worden. Am 18. und 19. Oktober werden die EU-Staats- und Regierungschefs die Empfehlungen beim EU-Gipfel erörtern.
(agenturen/godc;rosco)







