International
Kalter Krieg 2.0: US-Behörden heben Spionagering aus
In den USA hat die Tellerwäscherkarriere eines US-Bürgers kasachischen Ursprungs Schiffbruch erlitten. Der Mann hatte mit einer Exportfirma bislang Millionen verdient. Nun wirft ihm die US-Justiz Verwicklungen in die illegale Ausfuhr von Militärtechnologie nach Russland vor.
Bild
Der 46jährige US-Bürger Alexander Fischenko gilt als Hauptverdächtiger und sitzt in Houston/Texas in Untersuchungshaft. Der Leiter des US-Unternehmens Arc Electronics soll als «Agent der russischen Regierung» gearbeitet haben, behauptet das US-Justizministerium. Arc Electronic hat auch einen Sitz in Moskau. Insgesamt stehen 165 Unternehmen und Personen unter Verdacht, darunter auch russische Staatsbürger. Am Mittwoch wurde Anklage gegen elf Personen erhoben. Die Angeklagten werden der illegalen Ausfuhr von mikroelektronischen Bauelementen bezichtigt.
Russland dementiert
Die Staatsanwaltschaft behauptet, sie seien daran beteiligt, dass diese in russischen Raketen und MIG-35 Kampfjets verwendet wurden. Die US-Behörden äusserten sich allerdings nicht, von welchen US-Firmen die Bauelemente stammen sollen.
Die russische Regierung wies die Anschuldigungen zurück, wonach russische Geheimdienste ebenfalls an dem Spionage- und Schmuggelnetzwerk beteiligt sein soll. Russlands stellvertretender Aussenminister Sergej Ryabkow zeigte sich besorgt darüber: «Die erhobenen US-Anklagen sind krimineller Natur und stehen nicht im Zusammenhang mit geheimdienstlicher Arbeit.» Ryabkow sagte drei Personen, die laut Anklageschrift ebenfalls unter Verdacht stehen, befänden sich derzeit in Russland.
(reuters/sf/muei; hesa)






