International
Wieder Tote und Verletzte in Syrien – und in der Türkei
Die syrischen Aufständischen haben mit Autobomben den Truppen von Präsident Baschar al-Assad schwere Schläge versetzt. In den umkämpften Städten Aleppo und Deir as-Saur zündeten sie fünf Autobomben vor Gebäuden der Sicherheitskräfte. Auch in der Türkei starben Menschen durch Angriffe aus Syrien.
Bild
Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von 48 Toten und etwa 100 Verletzten alleine in Aleppo. Die Explosionen hätten sich gegen einen Offiziersclub gerichtet. «Die Mehrheit der Toten und Verwundeten sind Mitglieder der Regierungstruppen», hiess es weiter.
Hotel angegriffen
Ein städtischer Beamter sagte, bei den Anschlägen seien 27 Menschen getötet und 72 verletzt worden. Die Zahl der Todesopfer könne sich aber noch erhöhen, weil es viele Schwerverletzte gebe.
Die Explosionen ereigneten sich in unmittelbarer Nähe des zentralen Saadallah-al-Dschabiri-Platzes, an dem auch Regierungsgebäude stehen. Wie ein Reporter berichtete, war die Fassade eines Hotels teilweise zerstört, zwei Stockwerke eines Cafés waren eingestürzt.
Rebellen und Armee kämpfen seit mehr als zwei Monaten um die Wirtschaftsmetropole Aleppo. Aus Deir as-Saur, wo eine in einem Kleinlastwagen versteckte Bombe direkt vor dem Gebäude der Behörde für «Politische Sicherheit» explodierte, lagen keine Opferzahlen vor.
Mehrere Tote in der Türkei
In der Hauptstadt Damaskus errichteten Sicherheitskräfte ungewöhnlich viele Strassensperren. Die amtliche Tageszeitung Al-Baas hatte am Dienstag berichtet, das Militär sei seinem Ziel nähergekommen, die gesamte Region um Damaskus wieder unter seine Kontrolle zu bringen.
Bei einem Granatenangriff aus Syrien wurden auch in einem türkischen Grenzdorf fünf Menschen getötet. Zehn weitere Personen wurden verletzt. Unter den Getöteten ist auch ein sechs Jahre altes Kind.
Das Dorf war in der vergangenen Woche bereits von einer aus Syrien abgefeuerten Mörsergranate getroffen worden. Die Ortschaft liegt nahe des lange umkämpften Grenzübergangs Tell Abjad.
Der stellvertretende UNO-Generalsekretär Jan Eliasson sagte am Dienstag in New York, der Sondergesandte Lakhdar Brahimi werde versuchen, einen Weg zum politischen Dialog in Syrien zu ebnen. Er wisse aber nicht, ob Brahimi nach Syrien einreisen könne. Von kommender Woche an wolle Brahimi von Kairo aus arbeiten, um näher an den Entwicklungen der Region zu sein.
Seit dem Beginn des Aufstands gegen Präsident Assad im März 2011 starben nach Angaben der Beobachtungsstelle in Syrien mehr als 31'000 Menschen.
(dpa/hesa/buet/gern)



