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International

Serbien verbietet Schwulen-Parade

Mittwoch, 3. Oktober 2012, 21:27 Uhr

Serbiens Regierungschef Ivica Dacic hat die geplante Schwulen-Parade in der Hauptstadt Belgrad verboten – aus Angst vor homophoben Extremisten. Für die Organisatoren ist klar: Der Staat geht damit mit ihnen eine Kumpanei ein.

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Vor zwei Jahren war die Innenstadt Belgrads nach Strassenschlachten zwischen Extremisten und der Polizei verwüstet worden. Die Polizisten waren da, um Homosexuelle an ihrer Parade vor den Extremisten zu beschützen – letztere waren massiv in der Überzahl und griffen kräftig zu. Die Schwulenparade wurde darauf vor einem Jahr aus Angst vor einer weiteren Eskalation verboten.

Dies geschieht nun auch in diesem Jahr. Am Samstag hätte in Belgrad die «Parade des Stolzes» stattfinden sollen. «Serbien braucht jetzt am allerwenigsten Konflikte und Opfer», begründete Regierungschef Dacic das Verbot auch dieses Jahr. Zudem wolle er die Polizisten schützen.

Schwulen-Hasser erreichen Ziel

Die Organisatoren der «Parade des Stolzes» kritisierten, der Staat weiche vor den Gewalttätern zurück und gehe mit ihnen eine Kumpanei ein.

Die EU hatte vom Beitrittskandidaten Serbien verlangt, den Schwulen und Lesben den Umzug als Zeichen der Meinungsfreiheit zu erlauben. Der serbisch-orthodoxe Patriarch Irinej hatte auf einem Verbot bestanden.

Schwulen und Lesben weht derzeit in diversen Ländern ein kalter Wind entgegen. So hat die Ukraine ein Gesetz zum Verbot von Homosexueller-Propaganda auf den Weg gebracht. Das Parlament begründete, man wolle die Menschen so vor HIV und AIDS schützen.

Die Ukraine orientiert sich damit am russischen Vorbild. Aus Sicherheitsgründen dürfen Schwule und Lesben dort in den nächsten 100 Jahren keine «Gay Parade» mehr abhalten.

Serbe erklärt Schwulenhass

Der serbische Regisseur Srdjan Dragojevic hat sich der Homophobie in seinem Land angenommen und daraus einen Film für «Schwulenhasser» gedreht.

«Parada» heisst die schwarze Komödie, die nicht nur das Thema Schwulenfeindlichkeit gnadenlos auf die Schippe nimmt.

Südosteuropa-Korrespondent Walter Müller von Radio DRS hat den Film gesehen und weiss, wie er in Serbien ankommt. Hören Sie mehr dazu hier.

(sf/dpa/schubeca;muep)