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Nach Streik: Züge in Belgien rollen wieder an
Zugpassagiere können aufatmen. Nach 24 Stunden ist am Mittwochabend ein Arbeitskampf der belgischen Eisenbahner zu Ende gegangen. Die Gewerkschaften sind mit der Aktion zufrieden.
Fernverbindungen sollten noch bis zum Donnerstagmorgen gestört bleiben. Auch Fernzüge wie der Thalys nach Frankreich, der Eurostar nach London und ICE-Verbindungen nach Deutschland waren betroffen.
Fernzüge rollen ab Donnerstagmorgen
Die Deutsche Bahn fuhr Passagiere im Bus von Aachen nach Brüssel. Die Ersatzlösung habe gut funktioniert, sagte ein Sprecher. Das Unternehmen gehe davon aus, dass die ersten ICEs am Donnerstagmorgen wieder nach Belgien führen.
Informationen der SBB
Die SBB informiert online über die aktuelle Lage im Bahnverkehr mit Belgien. Weitere Informationen hier.
Der Arbeitskampf hatte am Dienstagabend um 22 Uhr begonnen und sollte am Mittwoch um 22 Uhr enden. Die ausländischen Fernzüge sollten aber erst am Morgen danach den Betrieb wiederaufnehmen.
Hunderte Reisende gestrandet
Zu einem Chaos auf den Strassen kam es nicht. Hunderte Reisende waren nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga aber am Brüsseler Südbahnhof gestrandet.
Die SNCB-Angestellten protestierten mit der Aktion gegen die geplante Umstrukturierung ihres Unternehmens. Die Gewerkschaft CSC Transcom freute sich über die gute Beteiligung der Eisenbahner, berichtete die Nachrichtenagentur Belga.
Die Gewerkschaften zeigten sich zufrieden mit der Streikbeteiligung. 85 Prozent der SNCB-Mitarbeiter seien nicht zur Arbeit erschienen, berichtete ein Vertreter der Gewerkschaft FGTB gegenüber Belga.
15. Aktion innerhalb von 2 Jahren
Der Generalsekretär der Eisenbahner-Gewerkschaft CGSP-Cheminots warf dem Unternehmen allerdings vor, Druck ausgeübt zu haben: Angestellte sollten angeblich einen Urlaubstag nehmen. Der Arbeitgeberverband FEB reagierte entgeistert und nannte die Aktion «vollkommen unverantwortlich», wie Belga berichtete.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur ist es die fünfzehnte Aktion der Bahngewerkschafter innerhalb von zwei Jahren – nicht jedes Mal kam allerdings der gesamte Bahnverkehr zum Stillstand.
Die Bahnmitarbeiter wehren sich mit dem Ausstand gegen die geplante Neuorganisation des Staatsunternehmens SNCB. Die Regierung will die verschiedenen Unternehmenszweige Netz und Betrieb noch stärker voneinander trennen. Die Gewerkschaften fürchten den Verlust von Privilegien für das Personal. Am Freitag wollen die Gewerkschafter den zuständigen Minister Paul Magnette treffen.
(dpa/buev; muei)



