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International

Landesweiter Streik der belgischen Eisenbahner

Mittwoch, 3. Oktober 2012, 1:52 Uhr, Aktualisiert 09:16 Uhr

In Belgien stehen die Züge still – wieder einmal. Die Bahnmitarbeiter traten am späten Dienstagabend in einen 24stündigen Ausstand gegen einen erneuten Unternehmensumbau. Auch einige Verbindungen mit der Schweiz sind betroffen.

Bild Mann wartet am Bahnhof Gent auf einer Bank auf den Zug
Reisende müssen sich auf massive Störungen des Bahnverkehrs in Belgien einrichten. reuters

Zehntausende Belgier müssen am Mittwoch ohne den Zug zur Arbeit kommen. Ein eintägiger Streik der Eisenbahner legt seit dem späten Dienstagabend den Zugverkehr lahm. In den Städten wird mit Verkehrsbehinderungen gerechnet, da viele Bahnkunden auf die Strasse ausweichen dürften. Erst ab 22 Uhr sollen die Züge wieder rollen, die meisten Fernzüge ab dem Donnerstagmorgen.

Vom Streik betroffen sind auch die beiden Direktverbindungen nach Brüssel ab Basel. Nach den Worten eines SBB-Sprechers verkehren diese Züge am Mittwoch lediglich bis Luxemburg. Auch die Umsteigeverbindungen über Paris und Köln sind betroffen. Einschränkungen über die Dauer des Streiks hinaus erwartet die SBB nicht. «Wir gehen davon aus, dass die Verbindungen nach Belgien ab Donnerstag wieder fahrplanmässig möglich sind», so Sprecher Reto Schärli gegenüber «SF Online». 

Betroffene Reisende können ihre Tickets nach Angaben der SBB ohne Weiteres umtauschen. Der Sprecher verwies zudem auf mögliche Entschädigungen, die Reisenden bei derlei Einschränkungen zustünden. 

Die SBB empfiehlt Belgien-Reisenden, sich auf ihrer Internetseite kurzfristig über die Reisemöglichkeiten während des Streiks zu informieren und nach Möglichkeit für heute geplante Reisen zu verschieben.

Informationen der SBB

Die SBB informiert online über die aktuelle Lage im Bahnverkehr mit Belgien. Weitere Informationen hier

Gegen Auftrennung in Infrastruktur und Betrieb

Die belgischen Eisenbahner wehren sich gegen eine geplante erneute Umstrukturierung der belgischen Staatsbahn SNCB. Die Regierung will die Unternehmenseinheiten weiter aufspalten und beispielsweise Schienennetz und Bahnbetrieb voneinander trennen. Die Beschäftigten streben hingegen ein einheitliches Unternehmen an.

Erst im Januar hatten die belgischen Gewerkschaften mit einem Streik gegen das angekündigte Sparprogramm der Regierung für einen Stillstand auf der Schiene gesorgt. Dieses Mal handelt die Eisenbahn-Gewerkschaft Transcom aber allein. Am Freitag wollen Arbeitnehmervertreter den zuständigen Minister Paul Magnette zu Gesprächen treffen, berichtete die Nachrichtenagentur Belga.

(dpa/weis/krua; buet)