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Fleck an Steinbrücks weisser Weste?
Der deutsche Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück, muss offenbar zuerst vor seiner eigenen Türe kehren, bevor er andere kritisiert. Bernd Riexinger, der Chef der Linkspartei, hat Steinbrück vorgeworfen, er trenne seine beruflichen und privaten Interessen nicht sauber. Nun soll der frühere Finanzminister seine Nebeneinkünfte offenlegen.
Der SPD-Arbeitnehmerflügel fordert vom designierten SPD-Kanzlerkandidaten, seine kompletten Nebeneinkünfte öffentlich zu machen. Der Vorsitzende der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA), Klaus Barthel, sagte einer deutschen Zeitung: «Ich bin für eine Offenlegung der konkreten Nebenverdienste.» Steinbrück könne durch diese Transparenz nur gewinnen.
Mit einem solchen Schritt würde Steinbrück seine Kritiker unter Druck setzen, sagte Barthel weiter. «Denn es sind Union und FDP, die sich einem Gesetz für eine komplette Offenlegung der Nebenverdienste verweigern», ergänzte er.
Auf Steinbrücks Homepage wurden Informationen über einen Vortrag weitergegeben, bei dem Steinbrück 7000 Euro garniert haben soll. «Es hat mehr als ein Geschmäckle, wenn man als Minister eine Lobbykanzlei ein milliardenschweres Bankenrettungsgesetz schreiben lässt und danach bei derselben Kanzlei für ein Fantasiehonorar als Referent auftritt», sagte Riexinger dem «Kölner Stadt-Anzeiger». Die unklare Grenze zwischen privat und beruflich sei gefährlich.
«Unverfrorene und alberne Vorwürfe»
Steinbrück selbst hat angekündigt, auf bezahlte Vorträge, mit denen er in den vergangenen drei Jahren mehrere Hunderttausend Euro verdient hatte, ab sofort zu verzichten. SPD-Chef Sigmar Gabriel verteidigte zuletzt Steinbrücks Zusatzeinkünfte. Gabriel nannte es «unverfroren» und «albern», Steinbrück Bestechlichkeit zu unterstellen, weil dieser Vorträge vor Bankern halte.
Daimler-Chef Dieter Zetsche begrüsste, dass die SPD sich auf einen Kanzlerkandidaten festgelegt hat. «Ich kenne Peer Steinbrück persönlich. Er war ein guter Bundesfinanzminister, und Frau Merkel ist eine gute Kanzlerin. Deshalb verspreche ich mir einen spannenden Wahlkampf», sagte Zetsche dem Blatt.
(agenturen/horm;hesa)






