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International

Angriff auf US-Konsulat in Bengasi hat politisches Nachspiel

Mittwoch, 3. Oktober 2012, 4:02 Uhr

Der tödliche Anschlag auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi soll Thema im US-Kongress werden. Obwohl es bereits vor der Attacke Angriffe auf westliche Beamte in Libyen gab, sollen mehrere Anträge auf verstärkte Sicherheitsmassnahmen abgelehnt worden sein.

Das erklärten zwei Abgeordnete der US-Republikaner und forderten in einem Brief Aufklärung von Aussenministerin Hillary Clinton. Angeblich hätten ihre Informanten ihr Wissen über die Abläufe in Libyen aus erster Hand.

Bild Clinton (links) und Obama
Clinton (links) und Obama müssen sich unangenehmen Fragen stellen. reuters/archiv

Am 11. September waren der US-Botschafter Chris Stevens und drei weitere Amerikaner bei dem Angriff auf das Konsulat ums Leben gekommen. Das Aussenministerium beantwortete die Frage nach eventuell zuvor geforderten Extra-Sicherheitsmassnahmen nicht.

Clinton verwies darauf, dass es keine Geheimdiensthinweise auf eine besondere Bedrohung des Konsulats gegeben habe. Die Abgeordneten planen nun eine Anhörung vor dem US-Kongress am 10. Oktober.

Zeitung: Vergeltungsschlag des Militärs

Nach dem blutigen Anschlag auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi fassen US-Militärs nach Informationen der «New York Times» einen Vergeltungsschlag ins Auge.

Spezialeinheiten sammelten demnach Informationen für einen möglichen Angriff auf die Täter des Anschlags. Es sei aber noch keine Entscheidung über eine mögliche Aktion zur Gefangennahme oder zur Tötung der Täter gefallen, heisst es. Präsident Barack Obama hatte versprochen, die Verantwortlichen zur Verantwortung zu ziehen.

Das Aussenministerium kritisierte, dass die Sicherheitsbehörden der USA und Libyens auch drei Wochen nach dem Anschlag bei der Aufklärung noch immer nicht kooperierten. Zwar funktioniere die politische Zusammenarbeit, sagte eine Sprecherin des Ministeriums, doch sei diese nun auch bei den Ermittlungen nötig.

Libyens Präsident Mohammed el Megaref sagte einer arabischsprachigen Zeitung, die US-Bundespolizei FBI könne an den libyschen Ermittlungen teilnehmen. Nach seiner Einschätzung seien die Verzögerungen nicht allein die Schuld der libyschen Regierung. Nach Auskunft des FBI können die Bundesagenten nicht nach Bengasi gelangen, weil es zu gefährlich ist.

(sda/dpa/weis;krua)