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International

40 Tote bei Angriff auf Studenten in Nigeria

Mittwoch, 3. Oktober 2012, 16:07 Uhr

Bei einem schweren Anschlag auf ein Studentenwohnheim an der nigerianischen Universität Mubi im Nordosten des Landes sind mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen.

Bild Nigerianischer Polizist.
Die Polizei ist in Mubi auf der Suche nach den Attentätern. keystone/symbolbild

Der Überfall in der Nähe des Campus ereignete sich am späten Montagabend. Augenzeugen berichteten, dass die Angreifer aus dem Nichts das Feuer eröffnet hätten. Bisher bekannte sich niemand zu der Tat, jedoch wird vermutet, dass die radikalislamische Sekte Boko Haram verantwortlich ist.

«Ich war mit dem Fahrrad unterwegs zum Campus, als ich immer wieder laute Schüsse gehört habe. Ich bin umgekehrt und in die Stadt zurückgefahren», sagte ein Student. Zunächst habe er gedacht, dass sich Ordnungskräfte ein Feuergefecht mit Boko-Haram-Mitgliedern geliefert hätten. «Erst später habe ich erfahren, dass mehrere meiner Kommilitonen bei der Attacke getötet worden sind.»

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Ein anderer Zeuge berichtete: «Die Leute sind aus dem Nichts aufgetaucht, und nachdem die Tür geöffnet wurde, haben sie zu schiessen begonnen.» Er habe gehört, dass die Täter anscheinend zunächst nach der ethnischen Zugehörigkeit gefragt und dann die Studenten erschossen hätten. Die Universität sei bis auf weiteres geschlossen worden.

Bereits zahlreiche Anschläge verübt

Die Informationslage ist schwierig, weil die Islamisten kürzlich die Telefonmasten in der Region zerstört haben und Mobiltelefone kaum noch funktionieren. Erst vor wenigen Tagen war die Armee in der Stadt mit einer mehrtägigen Operation gegen Boko Haram vorgegangen. Dabei wurden 156 Mitglieder festgenommen und zahlreiche Waffen sowie Munition beschlagnahmt.

Boko Haram bedeutet in der lokalen Hausa-Sprache «westliche Erziehung ist verboten». Die militante Gruppe lehnt jeden westlichen Lebensstil ab und hat in den vergangenen Jahren immer wieder schwere Anschläge verübt, etwa auf Kirchen oder Lokale, in denen Alkohol ausgeschenkt wird. Ziel sind vor allem Christen, die im muslimisch geprägten Norden Nigerias leben. Über 1000 Menschen sind bereits ums Leben gekommen.

(dpa/hesa;maiu)